Aktuelle Meldungen

Bild Prof. Dr.Wolfgang MuellgesFoto Uniklinikum Würzburg swDer Preis wird zu Ehren des im vergangenen Jahr verstorbenen ehemaligen Präsidenten, Schatzmeisters und langjährigen Präsidiumsmitglieds der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv und Notafallmedizin e.V. (DGNI), Prof. Dr. Wolfgang Müllges, verliehen. Entsprechend seines klinischen Fokus richtet sich der Preis an geplante, laufende oder abgeschlossene Forschungsarbeiten, die die Langzeitprognose und das langfristige Outcome von neurologischen und/oder neurochirurgischen Intensiv-Patienten adressieren. Es handelt sich um eine einmalige Auszeichnung, die während der Eröffnungsveranstaltung auf der Arbeitstagung der DGNI in Form einer Urkunde verliehen wird und mit einer Geldprämie von 10.000 Euro verbunden ist. Weitere Informationen zur Ausschreibung... (PDF-Download)

Übersicht aller Preise und Ausschreibungen der DGNI

Bild Dr. Peter Nydahl Foto UKSHDr. rer. hum. biol. Peter Nydahl, MScN, Mitglied im Präsidium der DGNI, ist Pflegewissenschaftler, Krankenpfleger, Praxisanleiter, Kurs- und Weiterbildungsleiter für Basale Stimulation und Pflegeexperte für Menschen im Wachkoma am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Klinik für Anästhesie und operative Intensivmedizin. Als Experte in der Pflege gibt er seine Einschätzung zur Pflegepersonal-Regelung (PPR) ab. Diese liegt jetzt als neues Instrument zur Ermittlung des Personalpflegebedarfs für die Patientenversorgung in der aktualisierten Form PPR 2.0 vor.

„Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen der Anzahl der verfügbaren Pflegefachpersonen, der Anzahl und dem Aufwand der zu versorgenden Patient:innen und der Pflegequalität. Allgemein sind nicht genug Pflegende vorhanden, um die Anzahl stationärer Patient:innen in ausreichender Qualität versorgen zu können und es wird von einem Mangel an Pflegepersonal gesprochen. Lösungsmöglichkeiten wären entweder weniger Patient:innen, z.B. durch Bettensperrungen, oder mehr Pflegende, z.B. durch den Import von Personal aus anderen Ländern, oder aber die Qualitätsansprüche müssten angepasst werden. Das Problem: Pflegequalität ist schwer messbar.“

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir alle haben das Schreiben der Firma Boehringer Ingelheim zum Lieferengpass von Alteplase (Actilyse®) vom 27. April 2022 erhalten. Actilyse® ist das einzig zugelassene Medikament zur Rekanalisationstherapie beim akuten Hirninfarkt. Seit mehr als 20 Jahren werden wir mit hoher Verlässlichkeit von der Firma Boehringer Ingelheim mit dieser Substanz versorgt. Actilyse® hat maßgeblich zur Erfolgsgeschichte der Schlaganfallmedizin in Deutschland - und auch weltweit - beigetragen. Insofern sind die Nachrichten ungewohnt und besorgniserregend.

UPDATE (20.06.): Nach Austausch mit der Firma Boehringer Ingelheim möchten wir ein Update zur ajktuellen Lage geben und weitere Empfehlungen aussprechen.

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Foto Prof. Dr. med. Julian Bösel Fotonachweis Klinikum KasselAus früheren retrospektiven Studien gibt es Hinweise, dass der Zeitpunkt der Anlage einer Tracheotomie (TT) bei beatmeten Schlaganfall-Patientinnen und Patienten das Outcome beeinflussen könnte – bzw. dass die Frühtracheotomie Vorteile gegenüber dem Standardvorgehen (mit prolongierter Intubation und ggf. späterer Tracheotomie) haben könnte. In bis zu 40% seien in dieser Population Schwierigkeiten beim standardmäßigen Weaning zu erwarten, erläuterte Prof. Dr. med. Julian Bösel, Kassel, Präsident der Deutsche Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin e.V. (DGNI), zu Beginn seines Vortrages bei der Eröffnungsveranstaltung der ESOC 2022. Potenzielle Vorteile einer frühzeitigen Tracheotomie seien beispielsweise eine reduzierte Atemarbeit, eine frühere Reduktion notwendiger Analgosedativa, eine bessere Frühmobilisierbarkeit und Verkürzung der Intensivbehandlung. In der bislang einzigen prospektiven randomisierten Studie SETPOINT („Stroke-related Early Tracheostomy vs. Prolonged Orotracheal Intubation in Neurocritical care Trial”) wurden 60 Erkrankte mit schwerem Schlaganfall (ischämischer Schlaganfall, intrazerebrale oder Subarachnoidalblutung) entweder nach <3 Tagen oder nach ≥7 Tagen (bei erfolgloser Extubation) tracheotomiert, wobei sich für die Frühtracheotomie für mehrere sekundäre Endpunkte Vorteile zeigten (im Verlauf weniger Sedierung, kürzere Beatmungsdauer, niedrigere Mortalität).

Photo by National Cancer Institute on Unsplash kleinDie Deutsche Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin e. V. (DGNI) schreibt 2023 erneut einen Preis zur Projektförderung von NachwuchswissenschaftlerInnen aus. Mit dem Pflege- und Therapiepreis will die DGNI Pflegekräfte und TherapeutInnen würdigen, die mit ihrem professionellen pflegerischen und therapeutischen Wissen und Handeln zur Verbesserung der Versorgung von NeuroIntensivpatienten beitragen. 

Prof. Dr. med. Julian Bösel Foto: Klinikum KasselPatienten, die infolge einer SARS-Cov-2-Infektion intensivpflichtig werden, können schwerwiegende neurologische Manifestationen entwickeln, die DGNI berichtete darüber

Aus mehreren Studien, die auch COVID-19-Intensivpatienten enthielten oder auf diese fokussiert waren, ergaben sich je nach Selektions- und Definitionskriterien Häufigkeiten solcher Affektionen des Nervensystems von ca. 13-50% und Assoziationen mit höherer Mortalität und Morbidität. 

Die mit Unterstützung der DGNI durchgeführte IGNITE-Studie PANDEMIC fokussiert sich ausschließlich auf COVID-19-Intensivpatienten und fand, vergleichbar mit anderen Studien, als häufigste Manifestationen Enzephalopathien, ischämische/ hämorrhagische Schlaganfälle und neuromuskuläre Komplikationen wie die Critical Illness Neuropathie/Myopathie (Dimitriadis et al., submitted). Gut passend dazu und wenig überraschend werden in der neurorehabilitativen Literatur zu dieser Patientengruppe fortbestehende Lähmungen, kognitive und emotionale Symptome berichtet. Diese können Ausprägungen eines Post-Covid-Syndroms (Symptome >2 Monate andauernd, >3 Monate nach Infektion (noch) vorhanden) darstellen, das in anderer Form sonst auch nach milden oder moderaten COVID-19-Verläufen auftritt.