Lawson McLeanAnna Lawson McLean: Meinung zur Berufspolitik Neurowissenschaften

Dass es einen Frauenanteil von zwei Dritteln unter den Medizinstudierenden gibt und dass sich dies nicht unbedingt in der Ausbildung und in Leitungspositionen fortsetzt, ist mittlerweile wohl bekannt in der deutschen Ärzteschaft. Es war wohl auch eine gefühlte Wahrheit, dass dies insbesondere auf die Neurochirurgie zutrifft, belegbare Zahlen gab es jedoch nur bedingt. In der Arbeit von Forster et al. konnten wir im letzten Jahr darstellen, dass wir in der Neurochirurgie Frauen nur in 9 Prozent der Leitungspositionen finden. Inhaberinnen von W3-Professuren (Klinikdirektorinnen) gibt es momentan nur an zwei Standorten.

Die Frage ist, wie man es schafft, mehr Kolleginnen zu fördern und bei entsprechender Qualifikation in leitenden Positionen aufzustellen. Wahrscheinlich muss es Neuerungen auf drei Ebenen geben: der beruflichen Ebene, der sozialen Ebene und der persönlichen Ebene.

Bild Prof. Dr.Wolfgang MuellgesFoto Uniklinikum Würzburg swDer Preis wird zu Ehren des im vergangenen Jahr verstorbenen ehemaligen Präsidenten, Schatzmeisters und langjährigen Präsidiumsmitglieds der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv und Notafallmedizin e.V. (DGNI), Prof. Dr. Wolfgang Müllges, verliehen. Entsprechend seines klinischen Fokus richtet sich der Preis an geplante, laufende oder abgeschlossene Forschungsarbeiten, die die Langzeitprognose und das langfristige Outcome von neurologischen und/oder neurochirurgischen Intensiv-Patienten adressieren. Es handelt sich um eine einmalige Auszeichnung, die während der Eröffnungsveranstaltung auf der Arbeitstagung der DGNI in Form einer Urkunde verliehen wird und mit einer Geldprämie von 10.000 Euro verbunden ist. Weitere Informationen zur Ausschreibung... (PDF-Download)

Übersicht aller Preise und Ausschreibungen der DGNI

Deutschlandweit ist die Anzahl eigenständiger Neurointensivstationen begrenzt und nur wenige Pflegende wie auch Neurochirurg:innen und Neurolog:innen haben die Möglichkeit Intensivmedizin auf einer spezifischen NeuroIntensivstation Erfahrungen zu sammeln. Ebenso wird vor diesem Hintergrund der überwiegende Teil neurologischer und neurochirurgischer Intensivpatienten auf vornehmlich interdisziplinären Intensivstationen behandelt. Um mehr Ärzt:innen und Pflegenden einen Einblick in das Spektrum und die Tätigkeiten einer spezifischen Neuro-Intensivstation zu ermöglichen, vergibt die DGNI ab 2022 Hospitationsstipendien sowohl für Pflegende als auch für Ärzt:innen für eine einmonatige Hospitation auf einer spezifischen neurologischen, neurochirurgischen oder interdisziplinär neurologisch-neurochirurgischen Intensivstation.

Die DGNI übernimmt die Kosten in Höhe des aktuellen Gehaltes inklusive der Lohnnebenkosten für die Dauer eines Monats und bietet eine Aufwandsentschädigung für die Hospitationsklinik an.

Sie sind Pflegekraft oder Arzt und möchten gern auf einer Neuro-Intensivstation für einen Monat hospitieren? Bewerben sie sich jetzt auf ein Hospitationsstipendium der DGNI. 

Sie möchten Ihre Neuro-Intensivstation bei der DGNI für die Aufnahme von Hospitanten anmelden? Alles zu Voraussetzungen und Anmeldung erfahren Sie hier!

Bild Dr. Peter Nydahl Foto UKSHDr. rer. hum. biol. Peter Nydahl, MScN, Mitglied im Präsidium der DGNI, ist Pflegewissenschaftler, Krankenpfleger, Praxisanleiter, Kurs- und Weiterbildungsleiter für Basale Stimulation und Pflegeexperte für Menschen im Wachkoma am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Klinik für Anästhesie und operative Intensivmedizin. Als Experte in der Pflege gibt er seine Einschätzung zur Pflegepersonal-Regelung (PPR) ab. Diese liegt jetzt als neues Instrument zur Ermittlung des Personalpflegebedarfs für die Patientenversorgung in der aktualisierten Form PPR 2.0 vor.

„Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen der Anzahl der verfügbaren Pflegefachpersonen, der Anzahl und dem Aufwand der zu versorgenden Patient:innen und der Pflegequalität. Allgemein sind nicht genug Pflegende vorhanden, um die Anzahl stationärer Patient:innen in ausreichender Qualität versorgen zu können und es wird von einem Mangel an Pflegepersonal gesprochen. Lösungsmöglichkeiten wären entweder weniger Patient:innen, z.B. durch Bettensperrungen, oder mehr Pflegende, z.B. durch den Import von Personal aus anderen Ländern, oder aber die Qualitätsansprüche müssten angepasst werden. Das Problem: Pflegequalität ist schwer messbar.“

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir alle haben das Schreiben der Firma Boehringer Ingelheim zum Lieferengpass von Alteplase (Actilyse®) vom 27. April 2022 erhalten. Actilyse® ist das einzig zugelassene Medikament zur Rekanalisationstherapie beim akuten Hirninfarkt. Seit mehr als 20 Jahren werden wir mit hoher Verlässlichkeit von der Firma Boehringer Ingelheim mit dieser Substanz versorgt. Actilyse® hat maßgeblich zur Erfolgsgeschichte der Schlaganfallmedizin in Deutschland - und auch weltweit - beigetragen. Insofern sind die Nachrichten ungewohnt und besorgniserregend.

UPDATE (20.06.): Nach Austausch mit der Firma Boehringer Ingelheim möchten wir ein Update zur ajktuellen Lage geben und weitere Empfehlungen aussprechen.

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