Pressemeldungen

Immer mehr ältere Bundesbürger können sich einer höheren Lebenserwartung bei guter Lebensqualität erfreuen. Kommt es bei einem sonst rüstigen älteren Menschen zu einer plötzlichen Erkrankung des Gehirns, stellt sich oft die Frage, ob eine überbrückende intensivmedizinische Behandlung sinnvoll und angemessen ist. Denn nur bei einer adäquaten fachspezifischen neurointensivmedizinischen Betreuung verbessern sich Outcome und Sterberate, das belegen diverse nordamerikanische Studien. Doch in den Kliniken fehlt es an NeuroIntensivmedizinern. Nicht nur auf den Intensiv- und Notfallstationen, auch in den zunehmend entstehenden Überwachungsstationen – sogenannten „Neuro-Intermediate Care“ oder „High-Dependency“-Stationen für schwerpunktmäßig operierte und neurotraumatologische Patienten oder für überwachungspflichtige neurologische Patienten –  sei es dringend notwendig, dass diese hochspezialisierten Fachärzte für die Patienten zur Verfügung stehen, wie Prof. Dr. med. Oliver Sakowitz, Ludwigsburg, Neurochirurg und Präsident der Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI), betont. In den meisten Fällen könne nur dann überhaupt ein Zustand erreicht werden, von dem aus Patienten mit Rehabilitationspotential wieder in ein selbstbestimmtes Leben zurückfinden.

Tatsächlich steigt die Zahl dieser NeuroIntensivpatienten gerade unter den älteren Patienten kontinuierlich. Erkrankungen und Verletzungen im höheren Lebensalter sind oft komplex, wenn es um funktionelle und strukturelle Störungen des Zentralnervensystems geht, zum Beispiel bei Schlaganfall und Hirnblutungen. Die heute zur Verfügung stehenden neuen Therapien und Interventionen wie Aneurysmaversorgung, Stenting von hirnversorgenden Arterien und mechanische Rekanalisation erfordern dringend eine intensivmedizinische Nachbetreuung, zumal bei vermehrter Diagnose von Herzrhythmusstörungen, wie z.B. Vorhofflimmern, im höheren Lebensalter mehr Blutverdünner verordnet werden.  Auch gibt es im Alter mehr Stürze mit Schädel-Hirn-Trauma. Die Behandlung älterer Patienten wird zusätzlich sehr häufig von einem Delir mit Verwirrtheit, Desorientiert, Angst, Erregung und Kreislaufregulationsstörungen erschwert und erfordert besondere Kenntnisse über diese komplexe neurologische Funktionsstörung. Ein adäquater Umgang mit den oft schwer betroffenen Patienten auf der Intensivstation stellt Mediziner vor größte Herausforderungen in Diagnostik, Therapie, Pflege und Ethik. Gleichzeitig hat sich die NeuroIntensiv- und Notfallmedizin mit vielen krankheitsspezifischen Leitlinien weiterentwickelt, die auf zentrale Betreuung dieser Patienten abzielen. Mit experimentellen Studien, klinischen Untersuchungen und aktueller Versorgungsforschung rückt sie immer mehr in den Fokus.

Die bestehende Situation, dass es in vielen Fällen an NeuroIntensivmedizinern fehlt, kann für die betroffenen Patienten dramatische Auswirkungen haben. Wenn den Patienten keine fachspezifische Betreuung zukommt, finden bestimmte Aspekte keine Beachtung wie z.B. Neglect, Schluckstörungen oder hirnprotektive Intensivmedizin. Wie Prof. Dr. med. Julian Bösel, Kassel, Neurologe und zukünftiger Präsident der DGNI, betont, umfasst NeuroIntensivmedizin „die Erkrankungen des Nervensystems in ihrer extremsten Form, das komplexe Zusammenspiel mit systemischen Entgleisungen und die Möglichkeiten, per Neuromonitoring, Diagnostik und Therapie einzugreifen.“

Wie eklatant der Mangel an diesen speziell ausgebildeten Fachärzten ist, verdeutlichen aktuelle Zahlen: Bisher ist nur in jeder dritten Intensivstation ein NeuroIntensivmediziner präsent und bundesweit gibt es nur rund 70 spezialisierte NeuroIntensivstationen, wo Patienten unter Federführung von NeuroIntensivmedizinern behandelt werden, zumeist in Universitätskliniken und Kliniken mit Maximalversorgung. Dabei machen NeuroIntensivpatienten unter den ca. 2,1 Millionen Behandlungsfällen in Krankenhäusern mit intensivmedizinischer Versorgung etwa 10-15% aus. Um die Patientenversorgung zu optimieren, suchen Kliniken für ihre Intensivteams dringend junge NeuroIntensivmediziner oder Neurologen und Neurochirurgen mit intensivmedizinischen Zusatzweiterbildungen.

PreistraegerZur ANIM 2019 in Berlin wurden im Rahmen der feierlichen Kongresseröffnung am 17. Januar von  Prof. Dr. med. Georg Gahn M.B.A., Karlsruhe, die Förderungspreise der DGNI 2019 vergeben. Frau Dr. med. Katja Wartenberg, Klinik und Poliklinik für Neurologie Universitätsklinikum Leipzig, erhielt für ihr Projekt „Prognostische Indikatoren bei Subarachnoidal- und intrazerebralen Blutungen: Vergleich von Prognosescores und Einschätzung des behandelnden Teams“ eine DGNI-Forschungprojektförderung in Höhe von 30.000 Euro. An Dr. med. Harald Krenzlin, Neurochirurgische Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz Johannes Gutenberg-Universität, wurde der mit 20.000 Euro dotierte DGNI-Nachwuchsförderpreis für seine herausragende Arbeit „Das zerebrale Thrombin-System als Modulator des sekundären Hirnschadens und möglicher Angriffspunkt in der Therapie intrazerebraler Blutungen im Mausmodell“ verliehen.

Außerdem vergab die DGNI drei Posterpreise für aktuelle Forschungsarbeiten und würdigte mit dem DGNI Pflegepreis Pflegekräfte, die in einer Projektarbeit professionelles Wissen und Handeln zeigen, das zur Verbesserung der intensivmedizinischen Patientenversorgung in der Neurologie und Neurochirurgie beiträgt. Den Pflegepreis bekam Markus Prinz, Stationsleitung Neurointensivstation Universitätsklinikum Erlangen, für seine Arbeit „Einführung eines ganzheitlichen Delirkonzeptes auf einer Neurointensivstation – vom ersten Gedanken bis zur Umsetzung“. Anne Mrochen, Universitätsklinikum Erlangen, wurde mit dem mit 800 Euro dotierten 1. Posterpreis für die Untersuchung „Dienstzeiten bei der Krankenhausaufnahme – Auswirkungen auf Behandlung und Prognose bei der intrazerebralen Blutung“ ausgezeichnet.

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Mit großem Erfolg fand zum 36. Mal die gemeinsame Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurointensiv- und Notfallmedizin (DGNI) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) statt: die ANIM 2019Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin in Berlin. Über 1200 Ärzte, Wissenschaftler, Pflegekräfte und Therapeuten nutzten vom 17. bis 19. Januar 2019 das umfangreiche Kongressprogramm mit 240 spannenden Vorträgen, 100 Posterbeiträgen und 8 Workshops, um ein weitreichendes Update in der Neurointensivmedizin, Neurologie und Neurochirurgie zu gewinnen und neue Erkenntnisse zu diskutieren.
„Ich bin begeistert von dem Feeling auf dem ANIM-Kongress!“, so DGNI-Past-Präsident Prof. Dr. Georg Gahn M.B.A, Karlsruhe, schon während der Kongresseröffnung im gut besuchten Plenum bei der feierlichen Übergabe der Forschungsförderungspreise zur Auszeichnung junger Ärzte und Wissenschaftler. „Unsere Themen stehen im Brennpunkt der Medizin!“ Mit dem Schwerpunkt in der  Forschung, wissenschaftlichen Fortschritten und der Fortbildung aller in der NeuroIntensivmedizin tätigen Berufsgruppen präsentierte sich die DGNI als eine weiterhin wachsende interdisziplinäre Gesellschaft mit einer steigenden Zahl von Neurochirurgen.

Die Intention des Tagungspräsidenten Prof. Dr. Helmuth Steinmetz, Frankfurt am Main, auf der diesjährigen ANIM die erfolgreich etablierte NeuroIntensivmedizin weiter kreativ voranzubringen, wurde an den drei Kongresstagen in vielen anregenden Diskussionen zu den vielfältigen Tagungsthemen erfolgreich umgesetzt. Besonders am Herzen lagen ihm alle interdisziplinären Themen, die Neurologie und Neurochirurgie als Kernfächer der DGNI verbinden, vor allem die Schlaganfallbehandlung, alle intensivmedizinischen Themen und die Weiterentwicklung der gemeinsamen Neuro-Intensivpflege, die er besonders hervorhob: „Erneut hat die ANIM ihre Vorbildfunktion hinsichtlich Integration der Pflege in ein Kongressprogramm unter Beweis gestellt.“ Dies sei das besondere Verdienst der vier Mitglieder der Pflegeprogrammkommission mit ihrer Kreativität und „Selbstorganisation“.

Thematische Tagungsschwerpunkte waren unter anderem die Prä- und die Posthospitalphase der Schlaganfallbehandlung sowie die Subarachnoidalblutung und die Neuroinfektiologie. Aktuelle Erkenntnisse zur Sekundärprophylaxe und zur Akutversorgung beim Schlaganfall waren ein weiterer Schwerpunkt. Wie Prof. Dr. Armin Grau, Präsident der DSG aus Ludwigshafen am Rhein, hervorhob, bietet Deutschland zwar mit über 300 zertifizierten Stroke Units in der Akutversorgung eine gute Qualität, doch fehlt im Bereich der Nachsorge ein gutes Konzept.

Zwei spannende DSG-Symposien berichteten über neueste Erkenntnisse zur Sekundärprophylaxe und zur Akutversorgung beim Schlaganfall. Prof. Dr. Joachim Röther, Hamburg, stellte den aktuellen Stand der Neurovaskulären Netzwerke mit 324 zertifizierten Stroke Units vor. Zur Akutversorgung des Schlaganfalls stellte Prof. Dr. Darius Nabavi, Berlin, die im Europäischen Vergleich gute Entwicklung der Netzwerke in den Stroke Units und bei den Interventionalisten heraus, wobei jedoch die Verlegungsprozesse zur mechanischen Thrombektomie noch stark unzureichend seien und in der Mehrzahl deutlich über 60 Minuten liegen. Prof. Dr. Gerhard Hamann, Günzburg, stellte in seinem Vortrag die Wirksamkeit der mechanischen Thrombektomie an aktuellen Studien vor und rief dazu auf, auch Patienten mit einem späten Zeitfenster von 6 bis 16 Stunden, in Einzelfällen bis zu 24 Stunden, zur Thrombektomie zu identifizieren nach dem Credo „Eher behandeln als nicht behandeln“. Dass intravenöse Thrombolyse und Thrombektomie effektive Behandlungsoptionen im erweiterten Zeitfenster und bei unbekanntem Zeitbeginn bei ausgewählten Patienten sein können, stellte Prof. Dr. Christian Gerloff, Hamburg, an detaillierten Ergebnissen aus der Wake-Up- und der EXTEND-Studie vor.

Ein wichtiger Fokus lag wieder auf Konzepten der Ausbildung und Nachwuchsförderung. Das erstmals von DGN und DGNI entwickelte praxisnahe Curriculum für neurologische Notfallmedizin zur Unterstützung der praktischen Ausbildung junger Assistenzärzte in den Notaufnahmen der Krankenhäuser wurde gut angenommen.

Der Emergency Neurologic Life Support (ENLS) Kurs, der nach dem erfolgreichen Start auf der letzten ANIM auch in diesem Jahr angeboten wurde, war mit über 90 Teilnehmern bestens besucht. Der von NeuroIntensiv-Medizinern und Notärzten entwickelte und von zertifizierten ENLS-Trainern durchgeführte Reanimationskurs für alle Neuro-Notfälle von Hirnblutung, Neurotrauma bis zur Myasthenen Krise vermittelte fachdiszipinübergreifend Algorithmen, Protokolle und Checklisten für das Notfallmanagement in den ersten Stunden nach Eintreffen des Patienten mit 14 verschiedenen Krankheitsbildern – überaus hilfreich für alle, die neurologische Notfälle während der kritischen ersten Stunden in der Rettungsstelle und auf der Intensivstation behandeln. „Die große Resonanz hat unsere Erwartungen noch weit übertroffen“, so ENLS-Kursdirektorin Dr. med. Katja Wartenberg, Leipzig.

Bis auf den letzten Platz besetzt war das Präsidentensymposium zu dem hochbrisanten Thema „Die Zukunft der Notfallversorgung in Deutschland“, das Prof. Dr. Helmuth Steinmetz ganz bewusst gewählt hatte: „Das Thema ist zugegeben sehr politisch, gleichwohl auch für alle im Notfall- und Bereitschaftsdienst Tätigen hochaktuell.“ Vor der kontrovers geführten Podiumsdiskussion zur geplanten neuen Notfallversorgung gab es Vorträge mit sehr unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen und verschiedenen Sichtweisen.
Prof. Dr. André Gries, Leipzig, Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), gab mit seinem Vortrag „Ambulante und stationäre Notfallversorgung – Quo vadis?“ einen Überblick über die stark gestiegene Inanspruchnahme der Notaufnahmen, lange Wartezeiten, Überlastung und Unzufriedenheit des Personals sowie steigende Kosten.
Der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR-Gesundheit) Prof. Dr. Ferdinand Gerlach, Frankfurt am Main, stellte als „bedarfsgerechte Steuerung der Gesundheitsversorgung“ das Konzept einer integrierten, komplett neu strukturierten Notfallversorgung mit ausgewählten Empfehlungen zum „Abbau von Versorgungsdefiziten und bestehenden Überversorgungen“ vor. Mit dem Ziel einheitlicher effizienter und transparenter Prozesse mit digitaler Vernetzung aller Beteiligten sollen die Patienten in den nach einheitlichen Notfallalgorithmen strukturierten zentralen Anlaufstellen nach einer vorigen telefonischen Erstberatung zentral weiterverteilt werden.
Der Präsident der Deutschen Gesellschaft Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA), Martin Pin,  Düsseldorf, gab in seinem Vortrag „Ersteinschätzung in Notfallzentren“ kritisch zu bedenken, dass in jedem Fall „eine Ersteinschätzung nach Dringlichkeit und Bedarf" geleistet werden müsse. Für die Patientensicherheit sei es entscheidend, dass Hochrisikopatienten unmittelbar und ohne Verzögerungen ärztlich behandelt werden. Nach Ansicht der DGINA müssten Notfallpatienten mit einer validierten Ersteinschätzung von notfallmedizinischen Spezialisten versorgt werden, wie derzeit in den Notaufnahmen der Krankenhäuser.
„Meine anfängliche Sorge, dass die politische Thematik des Präsidentenprogramms etwas zu ‚trocken‘ geraten könnte, erfüllte sich glücklicherweise nicht“, so Helmuth Steinmetz. „Die Vorträge der eingeladenen Sprecher sowie die anschließende Podiumsdiskussion ließen keine Trockenheit  aufkommen, waren für mich und andere eine echte Horizonterweiterung und noch dazu politisch besonders aktuell.“   

Ein besonderes Highlight der Tagung war das Symposium mit dem provokanten Titel „Irreversibler Hirnfunktionsausfall (IHA) und Organspende – zwei Seiten einer Medaille?
Dr. Axel Rahmel, Medizinischer Direktor der Deutschen Stiftung Organspende (DSO), referierte den aktuellen Stand der Organspende in Deutschland mit einem Aufschwung 2018 von insgesamt 955 Organspendern und zeigte die aktuellen Bemühungen des Bundesministeriums für Gesundheit, die Situation in Deutschland mit dem Gesetz für bessere Zusammenarbeit und bessere Strukturen bei der Organspende (GZSO) grundlegend zu verbessern. Erfreulich für die NeuroIntensivmediziner war es, dass die Anregungen der DGNI in dem Gesetzentwurf berücksichtigt wurden.
Dr. Thomas Vogel, Transplantationschirurg aus Münster, veranschaulichte die Bedeutung der Organprotektion und der Organkonservierung und zeigte eindrucksvoll, wie durch normotherme maschinelle Perfusion der Organe mit Blut bessere Ergebnisse bei der Organtransplantation erzielt werden können als durch die herkömmliche Kühlung der Organe mit Nährlösungen.
Die kontroversen Aspekte der Vorträge wurden von Referenten, Vorsitzenden und Zuhörern engagiert diskutiert. Wie  Prof. Dr. Georg Gahn zusammenfassend feststellte, wurde am Ende aber doch deutlich, dass die IHA-Diagnostik eher die eine Seite einer Medaille darstellt, während sich auf deren anderer Seite die Organtransplantation befindet. 

In der gut besuchten Session „Zur Qualitätsdiskussion in der Neuro-Intensivmedizin – Bestimmt die Gesundheitspolitik das Behandlungsergebnis?“ wurde offenkundig, wie sehr die Politik inzwischen auf medizinische Fragestellungen einwirkt.
Seitdem Krankenhäuser bundesweit gesetzlich verpflichtet sind, jährliche Qualitätsberichte zu veröffentlichen, werden die Inhalte und Maßnahmen der Behandlungen als Raster vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) vorgegeben. Unter anderem gehört dazu auch die Sterblichkeitsrate der Patienten. „Wir haben das Unbehagen, dass der Parameter der Sterblichkeit die Aufgabe hat, Hebel in der deutschen Gesundheitspolitik zu sein“, so Prof. Dr. Frank Joachim Erbguth, Nürnberg. In seinem Vortrag „Der Qualitätsindikator ‚Sterblichkeit beim Schlaganfall‘ ist ein Irrweg!“ veranschaulichte er den alltäglichen Umgang auf einer Neuro-Intensivstation mit Patienten, bei denen – etwa nach einem Schlaganfall – der Kampf um das Leben nicht um jeden Preis erwünscht ist. Sobald eine entsprechende Patientenverfügung die Limitierung der ärztlichen Behandlung festlegt, kann das den Abbruch und Verzicht auf Beatmung und künstliche Ernährung sowie den Therapiewechsel zur palliativen Versorgung bedeuten. Wie Erbguth betonte, impliziere die  Berücksichtigung der Patienten-Selbstbestimmung auch einen menschenwürdigen Tod im Krankenhaus und eine engagierte Sterbebegleitung auf einer Palliativstation. Mortalität sei deshalb kein Qualitätsindikator und es könne nicht sein, dass Krankenhäuser schlecht bewertet werden, in denen Patienten sterben und andererseits Krankenhäuser gut bewertet werden, weil sie ihre sterbenskranken Patienten noch in Pflegeeinrichtungen weiterverlegen.
Auch das Beispiel der Schlaganfalltherapie zeige, dass die Überlebensrate kein geeignetes Qualitätskriterium sein kann. So bringe die inzwischen häufig und effektiv eingesetzte Thrombolyse zur Gerinnselauflösung, ein Durchbruch bei der Therapie des akuten Schlaganfalls, „beim Ringen um ein besseres Outcome einen funktionellen Erfolg, aber gleichzeitig eine erhöhte 30-Tages-Sterblichkeit“. Während die Thrombolysetherapie das Ausmaß an Behinderungen nach einem Schlaganfall senkt und den meisten behandelten Patienten ein besseres längeres Überleben bringt, birgt die Behandlung gleichzeitig die Gefahr einer Hirnblutung, die bei etwa 1% der Patienten eintritt und einen früheren Tod im Krankenhaus bedeuten kann.
Nach Erbguths Erfahrung bieten solche vernünftigen Argumentationen in einem freiwilligen Peer-Review eine effektive Möglichkeit, dass Mortalität zum Beispiel beim Schlaganfall differenziert eingeschätzt wird und dass Patienten begründet im Krankenhaus sterben dürfen –  und zwar ohne negative Bewertung im Qualitätsbericht.

Einen umfassenden Einblick in die bundesweite NeuroIntensivmedizinische Versorgungsstruktur gab Prof. Dr. Julian Bösel, Kassel, in seinem Vortrag „Perspektiven und Lösungen bei den Personalanforderungen zur Abrechnung der Intensivkomplexbehandlung für die Neuro-Intensivmedizin“. Bösel betonte das Spektrum hochdramatischer Krankheitsbilder als eine große Herausforderung in der hochspezialisierten NeuroIntensivmedizin. Die adäquate Versorgung der Patienten in einer NeuroIntensivstation bewirkt eine deutliche Reduzierung der Mortalität und eine Verbesserung des funktionellen Langzeitoutcomes, so das Ergebnis einer aktuellen US amerikanischen Studie mit 40.000 Patienten. In Deutschland ist der Bedarf immer noch hoch. Wie eine bundesweite Begehung deutscher Krankenhäuser zeigte, können bisher nur 21 % eine neurologische Intensivstation anbieten.
Am Beispiel der neurologisch-neurochirurgischen Intensivstation am Klinikum Kassel skizzierte Bösel die enormen Schwierigkeiten, die durch die erhöhten Anforderungen für die Abrechnung der Intensivkomplexpauschale entstanden sind. Nur eine überaus geschickte Dienstplan-Lösung der angestellten NeuroIntensivmediziner ermögliche die geforderte 24-Stunden-Präsenz im Krankenhaus, ständige Anwesenheit an 7 Tagen die Woche, tägliche Visite und Verfügbarkeit eines Facharztes mit NeuroIntensivmedizinischer Subspezialisierung innerhalb von 30 Minuten. Deutschlandweit sei ein dringender Bedarf an NeuroIntensivmedizinern festzustellen, auch im Bereich der hochspezialisierten Ausbildung: „Es besteht die Gefahr, dass NeuroIntensivmedizin kaum kostendeckend durchzuführen ist, auch weil es zu wenig Möglichkeiten gibt, dem Ausbildungsauftrag nachzukommen.“ Aktuell könnten nur wenige Kliniken die Ausbildungsauflagen erfüllen. Ein wichtiger Schritt sei eine landesweite und bundeseinheitliche Definition der Ausbildungsinhalte durch die Fachgesellschaft. Bösel appellierte an junge Mediziner, die Zusatzausbildung zum NeuroIntensivmediziner anzugehen, die nach Anforderung der Bundesärztekammer 18 Monate nach der Facharztausbildung dauert.

Einen deutlichen Anstoß zur Ausbildung weiterer qualifizierter Fachärzte gab auch Prof. Dr. Georg Gahn, Karlsruhe, da NeuroIntensivmediziner und Neurologen auf den Intensivstationen bisher immer noch nicht so präsent sind wie Internisten und Anästhesisten. Mit dem Vortragstitel „Überleben der Neuro-Intensiv- und Notfallmedizin – Gefahren, Modelle und Perspektiven“ verdeutlichte Gahn vor dem Hintergrund der vom Gesetzgeber geforderten Strukturvoraussetzungen und existenziellen Probleme der Krankenhäuser, in welchen Bereichen NeuroIntensivmediziner dringend gebraucht werden. Die aktuelle Präsenz in Stroke Units und NeuroIntensivstationen zeige deutlich die Kernkompetenz und auch den weiteren Bedarf der NeuroIntensivmedizin. Auf die bisherige überaus positive Entwicklung sollte aufgebaut werden. Zum Beispiel die mechanische Thrombektomie als anerkanntes, von Neurointerventionalisten und NeuroIntensivmedizinern entwickeltes Verfahren verdeutliche wesentliche, international anerkannte Fortschritte. Auch beim großen Thema Irreversibler Hirnfunktionsausfall (vormals „Hirntod“) als weiterer wichtiger Kernkompetenz in der NeuroIntensivmedizin seien die hochspezialisierten Fachärzte unersetzlich. „Wir müssen Kollegen ausbilden, um die Strukturqualität weiter zu entwickeln“, so Gahns dringender Appell: „Mit Zusatzqualifikationen nach Kriterien der DIVI, im kollegialen Austausch und im Peer-Review ist viel zu lernen!“

Das Resümee des Tagungspräsidenten zu dem hochaktuellen, politisch brisanten und in vielerlei Hinsicht anregenden Kongress war überaus positiv: „Erneut habe ich besonders die interdisziplinären Begegnungen zwischen Neurochirurgie und Neurologie genossen“, so Prof. Dr. Helmuth Steinmetz. „Leider ist ja die ANIM mittlerweile der einzige deutschsprachige Kongress, auf dem sich diese beiden Fächer wissenschaftlich und sozial noch regelmäßig begegnen. Bedauerlich ist dies nicht zuletzt deshalb, da wir vor allem bei der „NeuroIntensivmedizin“, dem historischen Kern der ANIM, geradezu eine Schicksalsgemeinschaft bilden – und an manchen Orten schon zur bedrohten Spezies zu werden drohen. Nur gemeinsam sind wir stark!“

Die nächste Arbeitstagung NeuroIntensivmedizin findet im kommenden Jahr in der Gartenhalle Karlsruhe statt. Vom 29. Januar bis 1. Februar gibt es dann die Möglichkeit zum weiteren Erfahrungsaustausch und zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen bei der ANIM 2020.

Wo stehen wir aktuell mit der neurologischen Intensiv- und Notfallmedizin in Deutschland?
Wir werden im Krankenhaus täglich mit den großen Umbrüchen konfrontiert, die sich momentan in der Versorgung von schwerkranken und Notfallpatienten ergeben. Immense Fortschritte in der Versorgung neurologischer Notfallpatienten sowie steigender Kostendruck stellen uns vor Chancen, aber auch vor Probleme. Es hat sich bewährt, in solchen Situationen ganz nüchtern zu analysieren, in welchen Bereichen unserer Arbeit wir Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken haben. Während wir in der Notfallmedizin als Neurologen inzwischen einen doch festen Platz in den Notaufnahmen einnehmen, so ist die Beteiligung der Neurologie und noch weniger der Neurochirurgie an der Behandlung von schwerstkranken neurologischen und neurochirurgischen Patienten auf Intensivstation eher gering. Im Wesentlichen führen Neurologen und Neurochirurgen nur an Universitäten und Krankenhäusern der Maximalversorgung die intensivmedizinischen Behandlungen ihrer Patienten eigenständig durch. An anderen Häusern droht durch eine nur noch konsiliarisch oder phasenweise Einbeziehung von Neurointensivmedizinern die Behandlung neurologischer oder neurochirurgischer Intensivpatienten die entsprechende Expertise für die Behandlung dieser Patienten zu schwinden.

Der Kostendruck im Bereich der Neurointensivmedizin hat inzwischen gewaltig zugenommen, aktuell z. B. im Rahmen der Diskussion um die Verlegungszeiten bei Patienten mit Schlaganfällen für eine interventionelle oder operative Therapie, zum anderen bei den erhöhten Anforderungen an die Vorhaltung intensivmedizinischer Strukturen und Prozesse.

Wo liegen nun unsere Stärken?
Seit den 1990er Jahren haben sich in Deutschland die Neurologen sehr intensiv um den Aufbau von Versorgungsstrukturen für Patienten mit akuten Schlaganfällen bemüht und hierbei beeindruckende Erfolge erzielt. Die Schlaganfallmedizin ist aus der Neurologie nicht mehr wegzudenken. In diesem Bereich sind wir längst daran gewöhnt, Strukturen und Prozesse zu optimieren und auch extern evaluieren und überprüfen zu lassen. Ganz anders ist es in der Intensivmedizin. Auch dort sind die medizinischen Fortschritte enorm und es gilt, sich den Herausforderungen durch die bekannten intensivmedizinischen Qualitätsindikatoren  zu stellen. Nur dadurch kann eine dauerhafte Einbindung der Neurologen und Neurochirurgen in die Intensivmedizin gewährleistet werden.

Auf fachlich-wissenschaftlicher Seite liegt unsere neurointensivmedizinische Kernkompetenz in der Behandlung schwerer zerebraler und auch spinaler Erkrankungen. Seit Jahrzehnten führen wir in Zusammenarbeit mit unseren neuroradiologischen Kollegen interventionelle Behandlungen beim akuten ischämischen oder haemorrhagischen Schlaganfall durch, zunächst nur auf der Grundlage unserer pathophysiologischen Kenntnisse. Man denke z.B. an Ultraschalluntersuchungen während Revaskularisationen. Erst vor kurzer Zeit wurde die überwältigende Effektivität der mechanischen Thrombektomie in entsprechenden Studien nachgewiesen, womit unsere pathophysiologischen Konzepte auch belegt werden konnten. Ähnliches gilt für die Behandlung von malignen Mediainfarkten oder die Aneurysmatherapie. Aktuell steht das Thema Organspende und die damit verbundene Diagnostik des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls ganz hoch auf der politischen und fachlichen Agenda. Hier gilt es, dass wir uns als Neurointensivmediziner mit unserer Kernkompetenz einbringen – wir sind hier nicht ersetzbar.

Wohl kaum ein anderes Fach beinhaltet so viel wissenschaftliches Potential wie die Neuromedizin. Wir als DGNI bieten eine vielfältige Forschungs- und Nachwuchsförderung. So integriert die Neurointensivmedizin aus meiner Sicht ein wunderbares „Triumvirat“ aus Patientenversorgung und Wissenschaft, Forschung und Lehre sowie auch der Ökonomie. Es gibt keinen Grund, sich von externem Druck einschüchtern zu lassen, wir sollten viel mehr selbstbewusst im Bereich der Neurointensiv- und Notfallmedizin auftreten und uns den Anforderungen stellen.

Prof. Dr. Georg Gahn, Präsident der DGNI

Berlin. „Die Unterbesetzung von intensivmedizinischen Abteilungen im Krankenhaus kann fatale Folgen für Patienten haben“, stellte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sehr richtig fest. Und möchte mit dem seit 1. Januar geltenden Gesetz „Personaluntergrenze für pflegesensitive Krankenhausbereiche“ für ausreichend Pflegepersonal sorgen. Einer dieser Bereiche ist die Intensivmedizin. Hier sind ab sofort pro Tagschicht maximal 2,5 Patienten pro Pflegekraft zu versorgen, in der Nachtschicht 3,5 Patienten pro Pflegekraft. Soweit die Theorie.

Und die Praxis? „Wir lehnen die neuen Richtwerte entschieden ab und fordern die Politik auf, sich an unseren Vorgaben aus der Praxis zu orientieren“, sagt Professor Stefan Schwab, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), in einer Pressemitteilung. Und auch die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) stellt fest: „Wir sehen Pflegepersonaluntergrenzen in neurologischen Kliniken als sinnvolles Instrument an, wenn sie sich am tatsächlichen Versorgungsbedarf der Patienten ausrichten“, so Professor Armin Grau, Mitglied der Task Force Pflege der DGN. Beide Gesellschaften empfehlen für neurologische Intensivstationen durchgehend den Personalschlüssel von einer Pflegekraft für die Versorgung von zwei Patienten.

Dieser Empfehlung schließt sich auch die Deutsche Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI) an. In einer Stellungnahme äußert sich der Vorstand wie folgt: „Grundsätzlich erscheint eine gesetzliche Festlegung von Untergrenzen im Verhältnis von Pflegekraft zu Patienten sinnvoll. Ob mit den im neuen Gesetz festgelegten Untergrenzen allerdings das geplante Ziel der Qualitätsverbesserung sowie der deutlichen Entlastung der Pflegenden erreicht werden kann, bleibt abzuwarten.“ Das geplante Vorgehen erscheint nicht geeignet, eine aktuell notwendige zeitnahe und auch kurzfristige Lösung zur Entspannung der Personalbelastung in der Pflege herbeizuführen. Problematisch sieht die DGNI die Berechnungsgrundlage für die Pflegeuntergrenzen, die in einer Perzentilenrechnung erfolgte. Im Rahmen einer Untersuchung zeigte sich ein deutlicher Unterschied in der jeweiligen Personalbesetzung in unterschiedlichen Krankenhäusern. Im internationalen Vergleich ist die festgesetzte pflegerische Grenze auch eher am unteren Bereich anzusiedeln. „Es sollen ja initial nur die 25% der schlechtesten Krankenhäuser im Hinblick auf Personal/Patientenverhältnis an die übrigen 75% angeglichen werden. Erfolgt die Berechnung der Untergrenzen auf oder nur knapp über dem Niveau der am schlechtesten besetzten Kliniken birgt dies auch potentiell das Risiko einer schlechteren Personalausstattung in der Zukunft, da Kliniken mit besserem Personalschlüssel bei fehlendem positiven finanziellen Anreiz dann Personal einsparen würden und trotzdem die gesetzlichen Vorgaben einhalten würden. Daher erscheint ein positiver finanzieller Anreiz für Krankenhäuser mit besserem Personalschlüssel eigentlich als besserer Ansatz“, betont DGNI-Präsidiumsmitglied Dr. Sylvia Bele.

Zudem ist der Personalschlüssel zu Patienten nicht der einzige Grund für die steigende Arbeitsbelastung. Hierzu zählt z.B. die zunehmende Dokumentationspflicht, zunehmend ältere multimorbide Patienten, erhöhter Patientenumsatz in den Krankenhäusern und vieles mehr. Dies wird in dem Gesetz nicht berücksichtigt, ebenso wenig wird dem jeweiligen Versorgungsaufwand der Patienten einer Station keine Bedeutung beigemessen. Dies dient zur Vereinfachung der Einführung von Pflegeuntergrenzen und soll potentiell in einem zweiten Schritt dann mit zurate gezogen werden, um entsprechende Pflegeuntergrenzen in besonderen Bereichen festzulegen.

Zusätzlich muss berücksichtigt werden, dass bei fehlender personeller Abdeckung Betten in den entsprechenden Abteilungen geschlossen und Patienten evtl. in eine andere, weiter entfernte Klinik transportiert werden müssen, was auch ein Risiko bergen kann. Allein die geplante Schaffung neuer Pflegestellen und die Vorgabe von Untergrenzen kann dieses Problem nicht lösen, da es zur Zeit nicht genügend Pflegekräfte am Markt gibt, um den Bedarf zu decken. Im Gesetz fehlen grundsätzlich der Anreiz zur Bindung der Pflegekräfte an die jeweilige Versorgungseinheit und das Krankenhaus, zur Steigerung der Attraktivität des Arbeitsplatzes in einem pflegesensitiven Bereich sowie die Aufwertung und Wertschätzung des Pflegeberufes. Woher die fehlenden Pflegekräfte rekrutiert werden sollen, bleibt unklar.

Die Deutsche Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI) veranstaltet gemeinsam mit der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) in der kommenden Woche ihre Jahrestagung ANIM 2019. Diese findet zum 36. Mal statt und zwar vom 17.-19. Januar, in diesem Jahr in Berlin. Seit jeher steht die ANIM für eine enge Verzahnung der neurologischen und neurochirurgischen Notfall- und Intensivmedizin und dem Pflegebereich.

Alle Informationen zur ANIM, weitere Pressemitteilungen sowie die Möglichkeit zur Akkreditierung finden Sie online über die Tagungshomepage www.anim.de.

Medienvertreter sind herzlich nach Berlin eingeladen! Wenn Sie an einem speziellen Thema Interesse haben, vermitteln wir Ihnen gern einen individuellen Interviewpartner dazu. Bitte wenden Sie sich mit allen Fragen an den Pressekontakt!

Pressekontakt:
Deutsche Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI)
Romy Held, Pressestelle
c/o Conventus Congressmanagement & Marketing GmbH
Telefon 03641/3116-280
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Berlin. Das Schädel-Hirn-Trauma ist eine der schwersten neurologischen Schädigungen und häufigste Todesursache von Menschen unter 45 Jahren. Jährlich werden über 200.000 davon Betroffene in Deutschland neuro-intensivmedizinisch versorgt. Jedes Jahr thematisiert deshalb die ANIM – die Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin –  die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Studienberichte zu diesem Krankheitsbild.  Diese Gemeinsame Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) findet in der kommenden Woche vom 17. bis 19. Januar 2019 in Berlin statt.

Häufigste Ursache ist der Sturz

Vor 40 Jahren war der typische Patient mit Schädel-Hirn-Trauma (SHT) männlich und zwischen 20 und 40 Jahre alt. Das Trauma war meist durch einen Verkehrsunfall verursacht worden. Heute ist die häufigste Ursache für ein SHT der Sturz, viele Patienten sind über 65 Jahre alt und häufig weiblich. Dies ist lediglich dadurch begründet, dass Frauen älter als Männer werden, so dass es mit zunehmendem Alter mehr Frauen gibt. Ein Viertel der Patienten sind daneben heute unter 16 Jahre alt. Die überwiegende Ursache von Verletzungen bei Kindern sind Stürze und Verkehrsunfälle. Jedes zweite verunfallte Kind hat ein SHT.

Durch das zunehmende Lebensalter der Menschen hat die Bedeutung des chronischen subduralen Hämatoms deutlich zugenommen. Das chronische Subduralhämatom tritt insbesondere bei älteren Patienten nach leichten Schädel-Hirn-Traumata auf und ist eine Einblutung im Schädel. „Selbstverständlich ist die operative Drainage dieser Hämatome die Behandlung der Wahl, allerdings sind eine Reihe operationstechnischer Fragen zu klären. So ist unklar, an welcher Stelle oder wie lange am besten zu drainieren ist. Auch ist die häufig assoziierte oder gar zugrunde liegende Gerinnungsstörung nach Gabe von blutverdünnenden Medikamenten bedeutsam und es muss geklärt werden, wie mit der (notwendigen) Blutverdünnung umgegangen werden sollte“, erklärt Prof. Dr. Andreas Unterberg, Direktor der Neurochirurgischen Klinik am Universitätsklinikum Heidelberg.

Die Suche nach Neuroprotektiva oder Medikamenten, die nach einem schweren Schädel-Hirn-Trauma die lebensbedrohliche posttraumatische Hirnschwellung o.ä. behandeln, ist aus regulatorischen Gründen immer schwieriger geworden. Dennoch gibt es auch hier gezielte Versuche, in die Krankheitsmechanismen des SHT einzugreifen. Außerdem wird eine große Hoffnung mit Registerstudien verbunden, bei denen sich möglicherweise in der Zukunft die effizientesten Behandlungsmethoden herauskristallisieren.

Sportverletzungen und Kriegstraumata nehmen zu

Neben diesem demografischen Wandel sind in den letzten 10 Jahren zwei „neue“ Krankheitsbilder entdeckt worden, die beide ähnliche Folgen haben. Nämlich einerseits die fortschreitende Leistungseinschränkung des Gehirns hervorgerufen durch wiederholte kleinere SHTs, zum Beispiel bei Boxern oder Footballspielern. Therapie ist hier einzig die Prophylaxe einer neuerlichen Verletzung.  Fußball geht in die gleiche Richtung, insbesondere die Kopfbälle. Diese Verletzungsmuster treten sowohl bei Profi- als auch bei Freizeitsportlern auf.

Zum zweiten gilt es, vermehrt Verletzungen nach Sprengstoffanschlägen zu behandeln. Danach gibt es vier Verletzungsmechanismen, erklärt Prof. Dr. Uwe Max Mauer, die Druckwelle, die herumfliegenden Teile, das Aufkommen nach der Explosion und die chemische sowie die Hitzewirkung. Mauer ist Direktor der Klinik für Neurochirurgie am Bundeswehrkrankenhaus Ulm. Er informiert: „Umfangreiche Untersuchungen bei Opfern von Sprengstoffanschlägen haben gezeigt, dass auch ohne direkte Verletzung des Kopfes, allein durch die Druckwelle der Detonation, eine Veränderung im Gehirn hervorgerufen wird, die ihrerseits Funktionseinschränkungen und psychische Störungen auslöst." Innerhalb der Bundeswehr gibt es für die Ärzte viele Kurse und Workshops. Die Erfahrungen aus Einsätzen werden wissenschaftlich ausgewertet. Die Behandlung schwerer Verletzungen geht in Richtung Damage Control Surgery ohne definitive Versorgung. „Das bedeutet, dass mit geringem Aufwand die Folgen der Verletzung möglichst gering gehalten werden, die endgültige Versorgung aber dann nach Stabilisation und Verlegung im Heimatland erfolgt“, erklärt Prof. Mauer.

Terminhinweis
Symposium „Schädel-Hirn-Trauma im Wandel der Zeit“
Vorsitz: Uwe Mauer (Ulm), Andreas Unterberg (Heidelberg)
Donnerstag, 17. Januar, 17:30–19:00 Uhr
Berlin Maritim Hotel, Raum 21 (Stauffenbergstraße 26, 10785 Berlin)

Die ANIM 2019 ist die 36. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und findet vom 17.-19. Januar 2019 in Berlin statt. In erstklassigen Vorträgen renommierter Experten, praxisorientierten Workshops und Fortbildungskursen sowie Symposien kooperierender Fachgesellschaften wird ein abwechslungsreiches Programm präsentiert. Seit jeher steht die ANIM für eine enge Verzahnung der neurologischen und neurochirurgischen Notfall- und Intensivmedizin und dem Pflegebereich. 2019 sind folgende Schwerpunktthemen geplant: Klinische Studien, Prähospitalphase Schlaganfall, Subarachnoidalblutung, Neuroinfektiologie sowie Ausbildung und Nachwuchsförderung.

Alle Informationen zur ANIM, weitere Pressemitteilungen sowie die Möglichkeit zur Akkreditierung finden Sie online über die Tagungshomepage www.anim.de. Wenn Sie an einem speziellen Thema Interesse haben, vermitteln wir Ihnen gern einen individuellen Interviewpartner dazu. Bitte wenden Sie sich mit allen Fragen an den Pressekontakt!

Pressekontakt:
Deutsche Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI)
Romy Held, Pressestelle
Telefon 03641/3116-280, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Berlin. Die Transplantationsmedizin und damit auch das Verhältnis von Organspende und Diagnostik des Irreversiblen Hirnfunktionsausfalls (IHA) – gemeinhin Hirntod genannt – erhält in der politischen und öffentlichen Diskussion viel Aufmerksamkeit. Aktueller Hintergrund ist zum einen der Entwurf zur Änderung des Transplantationsgesetzes und zum anderen das Gesetz zur Verbesserung der Zusammenarbeit und der Strukturen bei der Organspende, welches vermutlich in der ersten Jahreshälfte 2019 in Kraft tritt. Beide Initiativen zielen darauf ab, die zwischenzeitlich deutlich rückläufigen Transplantationszahlen zu verbessern.

Deutschland bildet laut der Deutschen Stiftung Organtransplantation fast das Schlusslicht bei den Organspendezahlen im Vergleich der europäischen Länder. 2017 sei die Anzahl der Organspender sogar auf den Tiefstand der vergangenen 20 Jahre gesunken: Durch 797 Organspender konnten 2867 Organe transplantiert werden. Dem gegenüber stehen nach Aussagen des BMG 10.000 Patienten, die dringend auf ein Spenderorgan warten. Alle acht Stunden stirbt ein Mensch, weil kein passendes Spender-Organ für ihn gefunden wird. Grund dafür sei nicht unbedingt die fehlende Spendebereitschaft, meint die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. 84 Prozent der Bevölkerung stehen der Organspende positiv gegenüber, allerdings besitzen nur 36 Prozent einen Organspendeausweis.

Die seit 2015 gültige 4. Fortschreibung der Richtlinie zur Feststellung des Irreversiblen Hirnfunktionsausfalls (IHA) ist von der rückläufigen Entwicklung der Transplantationen unberührt. Die Feststellung des IHA stellt auch unabhängig von der Frage einer Organ- oder Gewebespende ein für die Intensivmedizin unverzichtbares diagnostisches Instrument dar. Es wird durchgeführt, um sichere Erkenntnisse über den Zustand einer Patientin oder eines Patienten zu gewinnen. Nach der Feststellung des IHA ist zu entscheiden, ob die intensivmedizinische Behandlung zu beenden oder dem Willen des Verstorbenen entsprechend die Organ- und/oder Gewebeentnahme einzuleiten ist. „Aus dieser Überzeugung heraus sollte weiterhin Sorge getragen werden, dass nicht das Bild von „zwei Seiten einer Medaille“ die Beziehung von IHA und Organspende prägt. Vielmehr müssen die objektiven medizinisch-wissenschaftlichen Aspekte der Todesfeststellung und die Richtlinie ihrer Anwendung mit den oben genannten Initiativen zur Stärkung der Transplantationsmedizin Hand in Hand gehen“, betont der Neurologe Prof. Dr. Stephan-Axel Brandt (Charité Berlin).

Brandt übernimmt gemeinsam mit dem DGNI-Präsidenten Prof. Dr. Georg Gahn den Vorsitz des Symposiums „Irreversibler Hirnfunktionsausfall und Organspende – zwei Seiten einer Medaille?“ auf der ANIM 2019 vom 17.-19. Januar in Berlin.

Hier wird in vier Vorträgen das praktische Zusammenspiel der Feststellung des IHA und der Transplantationsmedizin thematisiert. Es geht um Aspekte des Qualitätsmanagements bei der IHA-Diagnostik (Stephan Brandt, Berlin) sowie um die Geschichte von Eurotransplant und die Unterschiede in Spender-Systemen der verschiedenen Mitgliedsländer (Serge Vogelaar, Leiden/NL). Zudem werden innovative Verfahren zur Organprotektion dargestellt (Thomas Vogel, Münster) und der aktuelle Stand der Organspende in Deutschland zusammengefasst (Axel Rahmel, Frankfurt a.M.).

Terminhinweis
Symposium „Irreversibler Hirnfunktionsausfall und Organspende – zwei Seiten einer Medaille?“
Vorsitz: Stephan Brandt (Berlin), Georg Gahn (Karlsruhe)
Donnerstag, 17. Januar, 17:30–19:00 Uhr
Berlin Maritim Hotel, Raum 7 (Stauffenbergstraße 26, 10785 Berlin)

Die ANIM 2019 ist die 36. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und findet vom 17.-19. Januar 2019 in Berlin statt. In erstklassigen Vorträgen renommierter Experten, praxisorientierten Workshops und Fortbildungskursen sowie Symposien kooperierender Fachgesellschaften wird ein abwechslungsreiches Programm präsentiert. Seit jeher steht die ANIM für eine enge Verzahnung der neurologischen und neurochirurgischen Notfall- und Intensivmedizin und dem Pflegebereich. 2019 sind folgende Schwerpunktthemen geplant: Klinische Studien, Prähospitalphase Schlaganfall, Subarachnoidalblutung, Neuroinfektiologie sowie Ausbildung und Nachwuchsförderung.

Alle Informationen zur ANIM, weitere Pressemitteilungen sowie die Möglichkeit zur Akkreditierung finden Sie online über die Tagungshomepage www.anim.de.  

Medienvertreter sind herzlich zur Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin (ANIM)  vom 17. bis 19. Januar 2019 nach Berlin eingeladen. Wenn Sie an einem speziellen Thema Interesse haben, vermitteln wir Ihnen gern einen individuellen Interviewpartner dazu. Bitte wenden Sie sich mit allen Fragen an den Pressekontakt!

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Genutzte Quellen: Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO), Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA),  Bundesministerium für Gesundheit (BMG)

Berlin. Die Neurointensiv- und Notfallmedizin hat sich in den letzten Jahren mehr und mehr zu einem zentralen Bestandteil der allgemeinen medizinischen Akutversorgung und intensivmedizinischen Behandlung entwickelt. Sie ist schon am Anfang der Behandlungskette im Rettungsdienst sowie in den Notaufnahmen nicht mehr wegzudenken. Damit hat die Bedeutung der Neurofächer ganz wesentlichen Auftrieb bekommen und sich entscheidend von einer betrachtenden hin zu einer (be-) handelnden Arbeitweise entwickelt. Die grundsätzlich zum Wohl der Patienten erstrebenswerte hohe Behandlungsqualität wird in der Praxis durch unterschiedlichste Instrumente und Operationalisierungen implementiert wie beispielsweise Qualitätsindikatoren, Mindestmengen, Risikomanagement oder Personalvorgaben und Strukturvoraussetzungen zur Abrechenbarkeit intensivmedizinischer Leistungen. Mit diesen Instrumenten mit einem populären „Qualitätslabel“ sind jedoch im Sinne eines trojanischen Pferdes auch gesundheitspolitische und ökonomische Ziele wie Zentralisierung in größeren Einheiten, Schließungen von kleineren Behandlungseinheiten und Mindervergütung von Leistungen verbunden.

Mit diesem kontroversen Thema beschäftigt sich ein Symposium auf der Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin (ANIM), die vom 17. bis 19. Januar 2019 in Berlin stattfindet. Die vier Vorträge dieses Symposiums beleuchten aus unterschiedlichen Perspektiven die potentiellen „Kollateralschäden“ der Qualitätsdiskussion. So geht es etwa um die Eignung von Risikoparametern. Prof. Dr. Frank Joachim Erbguth aus Nürnberg sieht im Qualitätsindikator „Krankenhaussterblichkeit beim Schlaganfall“ einen Irrweg, weil er völlig falsche „Leistungsanreize“ setzt, um „gut“ abzuschneiden. „Die Daten zur intravenösen Thrombolyse (Gerinnselauflösung) beim Hirninfarkt zeigen, dass die Durchführung dieser anerkannten Therapie kurzfristig zwar die Sterblichkeit im Krankenhaus durch Komplikationen leicht erhöht, mittel- und langfristig jedoch die Sterblichkeit und das Ausmaß der Behinderung reduziert. Handeln zum Wohle der Patientengruppe führt in diesem Fall also zum schlechten Abschneiden im Qualitätsindikator“, erklärt Professor Erbguth. Ähnlich sei die Situation bei einer unter ethischen Gesichtspunkten angemessenen Palliativtherapie bei schwerst erkrankten hochbetagten Schlaganfallpatienten: „Durch palliatives Handeln entsteht eine qualitätsmindernde höhere Krankenhaussterblichkeit im Vergleich zu einer ethisch unangemessenen Lebensverlängerung mit möglichst schneller Verlegung ins Pflegeheim.“
Prof. Dr. Thomas Westermaier aus Würzburg beschäftigt sich in seinem Vortrag mit den Schwierigkeiten, in der intensivmedizinischen Behandlung neurochirurgischer Patienten geeignete Risikoparameter zu definieren, die es erlauben, in angemessener Weise Indikatoren für die Ergebnisqualität zu implementieren.

Die Probleme, die durch die im Alltag schwer zu realisierenden Anforderungen an die Qualifikation und Präsenz der Intensivärzte entstehen, ohne die die Abrechnung der Intensivkomplexbehandlung nicht möglich ist, thematisiert das Referat von Prof. Dr. Julian Bösel aus Kassel. Die Abläufe der Intensivbehandlungen würden zunehmend nicht mehr nach medizinischem Sinn, sondern nach dem dienstplantauglichen Einsatz begrenzter Personalressourcen organisiert und gewachsene sinnvolle Stationsstrukturen dadurch verändert.
Als letzter Referent wird der DGNI-Präsident Prof. Dr. Georg Gahn aus Karlsruhe die Vor- und Nachteile der verschiedenen Qualitätsmanagementverfahren darstellen, mit denen die Intensivmedizin und insbesondere auch die NeuroIntensivmedizin aktuell schon konfrontiert sind und die in Zukunft auf sie zukommen werden. Qualitätsfördernde Prozess- und Strukturanforderungen für eine eigenständige NeuroIntensivmedizin erfordern schon jetzt ein Umdenken der NeuroIntensivmediziner, um nicht durch Schaffung größerer Einheiten die neurointensivmedizinische Kernkompetenz zu verlieren. Diskutiert werden Lösungswege, den Spagat zwischen Spezialisierung und Nivellierung zum Wohl der Patienten zu gestalten.

Termin
Symposium „Zur Qualitätsdiskussion in der Neuro-Intensivmedizin – Bestimmt die Gesundheitspolitik das Behandlungsergebnis?“
Vorsitz: Hans-Herbert Steiner, Frank Joachim Erbguth (Nürnberg)
Freitag, 18. Januar, 17:30–19:00 Uhr
Berlin Maritim Hotel, Raum Berlin A (Stauffenbergstraße 26, 10785 Berlin)

Die ANIM 2019 ist die 36. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und findet vom 17.-19. Januar 2019 in Berlin statt. In erstklassigen Vorträgen renommierter Experten, praxisorientierten Workshops und Fortbildungskursen sowie Symposien kooperierender Fachgesellschaften wird ein abwechslungsreiches Programm präsentiert. Seit jeher steht die ANIM für eine enge Verzahnung der neurologischen und neurochirurgischen Notfall- und Intensivmedizin und dem Pflegebereich. 2019 sind folgende Schwerpunktthemen geplant: Klinische Studien, Prähospitalphase Schlaganfall, Subarachnoidalblutung, Neuroinfektiologie sowie Ausbildung und Nachwuchsförderung.

Alle Informationen zur ANIM, weitere Pressemitteilungen sowie die Möglichkeit zur Akkreditierung finden Sie online über die Tagungshomepage www.anim.de.

Medienvertreter sind herzlich zur Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin (ANIM) vom 17. bis 19. Januar 2019 nach Berlin eingeladen. Gern helfen wir Ihnen auch bei der Suche nach einem passenden Gesprächspartner weiter. Bitte wenden Sie sich gern mit allen Fragen an den Pressekontakt!

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Interview mit dem Kongresspräsidenten Prof. Dr. med. Helmuth Steinmetz

Sehr geehrte Damen und Herren, Steinmetz Bild

die Vorbereitungen der ANIM 2019 laufen auf Hochtouren und wir sehen jetzt schon einer wissenschaftlich hochinteressanten Veranstaltung entgegen. Eine Programmübersicht finden Sie hier.

Weitere Informationen zu den Inhalten dieser 36. Gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) erfahren Sie im folgenden Interview mit dem Kongresspräsidenten Prof. Dr. med. Helmuth Steinmetz. Hier beantwortet er u.a. die Fragen, was die Teilnehmer für Highlights erwarten und wie die Schlaganfallversorgung in Deutschland aktuell aufgestellt ist.

Lieber Herr Professor Steinmetz, traditionell ist es das Privileg des jeweiligen Kongresspräsidenten der ANIM, ein eigenes Symposium gestalten zu dürfen. Auf welche Inhalte Ihres Präsidentensymposiums dürfen sich die Teilnehmer der Jahrestagung freuen?

Thema des diesjährigen Präsidentensymposiums ist „Die Zukunft der Notfallversorgung in Deutschland“. Wir werden hierzu drei Vorträge mit möglicherweise unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen aus Sicht des Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR-Gesundheit), der Deutschen Gesellschaft für Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) und der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hören und diskutieren. Das Thema ist zugegeben sehr politisch, gleichwohl auch für alle im Notfall- und Bereitschaftsdienst Tätigen hochaktuell.

Gibt es weitere thematische Schwerpunkte der Jahrestagung, die Ihnen besonders am Herzen liegen?

Besonders am Herzen liegen mir alle interdisziplinären Themen, d.h. solche, die die Kernfächer der DGNI (Neurologie und Neurochirurgie) verbinden. Hierzu zählen vor allem die Schlaganfallbehandlung, alle intensivmedizinischen Themen und die Weiterentwicklung der gemeinsamen Neuro-Intensivpflege.

Erwartet die Teilnehmer Neues im Kongressprogramm?

Strukturelle Änderungen des in den letzten Jahren sehr bewährten Konzepts haben wir für 2019 nicht vorgenommen. Fortbildung und Wissenschaft treffen und ergänzen sich, jeweils für alle an der Neurointensivmedizin beteiligten Berufsgruppen. Sehr wohl dürfen wir aber viele neue Daten und spannende Diskussionen von der ANIM 2019 erwarten.

In der Schlaganfallversorgung bewegt sich Deutschland international auf einem hohen Niveau, richtig? Welche Rolle spielen dabei die Neurovaskulären Zentren und was möchten diese noch erreichen?

Die Neurovaskulären Zentren als Einrichtungen der interdisziplinären neurovaskulären Maximalversorgung ergänzen das in Deutschland in der Tat hoch entwickelte Akutbehandlungssystem. Sie werden aber nichts daran ändern, dass auch in Zukunft die quantitative Hauptarbeit nicht in Zentren, sondern in den regionalen Stroke Units anfällt und im Interesse der Patienten getan werden muss. Ich sage dies insbesondere auch im Hinblick auf das aktuell viel diskutierte „BSG-Urteil“ zur Transportzeit und seine potenziell schädlichen Konsequenzen für das bisher so erfolgreiche deutsche Netzwerk. 

Was ist bei der prähospitalen Schlaganfallversorgung wichtig?

Hier gilt trotz aller Quantensprünge in der High-end-Versorgung (Thrombektomie) die alte Regel: Time is brain! Dies beginnt mit der raschen Erkennung des Problems durch den Patienten oder sein Umfeld („FAST“) und dem umgehenden „Ruf 112 beim Schlaganfall“.  Es folgt der schnellstmögliche Transport in eine der mittlerweile über 300 deutschen qualifizierten Stroke Units mit dortiger Prüfung der Diagnose und Einleitung einer ursachenspezifischen Therapie. 

Noch eine letzte Frage: Worauf freuen Sie sich persönlich ganz besonders in Berlin?

Auf eine besondere Kreativität vor allem der Jüngeren, wie wir sie in dieser Stadt gewohnt sind.

 

Alle Informationen zur ANIM finden Sie online über die Tagungshomepage www.anim.de.

Gern lade ich Sie an dieser Stelle wieder ein, sich vom 17.-19. Januar auf der ANIM in Berlin über die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der NeuroIntensivmedizin zu informieren und darüber zu berichten. Die Akkreditierung ist online möglich.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr Interesse an der NeuroIntensivmedizin und der ANIM geweckt ist und bin für alle Fragen gern Ihre Ansprechpartnerin!

Herzliche Grüße aus Jena!
Ihre
Romy Held

Querschnittlähmung

Die Hitzewelle hat Deutschland fest im Griff. Willkommene Abkühlung versprechen da Gewässer jeglicher Art. Dabei haben sich 2018 bereits viel mehr Badeunfälle – oft mit tödlichem Ausgang – ereignet als im gesamten Vorjahr. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2018 sind in deutschen Gewässern 279 Menschen ertrunken. Das sind 37 mehr als im Jahr davor. Diese Zahlen gab die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) bekannt. Allein im bereits sehr warmen April verstarben mit 37 Menschen zwölf mehr als im Vergleich zum Vorjahr, der Mai folgte mit zehn Fällen mehr (51>41). Wir haben bereits im vorigen Newsletter über die Gefahr durch Ertrinken berichtet

Schwimmen ist eine der beliebtesten Freizeitsportarten in Deutschland. Und gerade an heißen Sommertagen springen wir gerne ins kalte Wasser. Diese Badeausflüge führen oft an Seen, Flüsse und andere unbekannte Gewässer. Dass man sich dabei - insbesondere bei einem Kopfsprung - schwer verletzen kann, ist vielen Menschen sicher bewusst, aber das Risiko wird oft ignoriert. Hierbei kann es zu dramatischen Verletzungen der Halswirbelsäule kommen, die nicht selten zu einer Querschnittslähmung führen. Ein anderes Risiko ist das Ertrinken.

Weitere Informationen finden Sie hier

Session Alter „Wir müssen weise entscheiden, wie weit wir mit unseren Therapien gehen können“ gab der diesjährige Kongresspräsident Prof. Dr. Wolfgang Müllges zur Kongresseröffnung zu bedenken. Dieser Satz gilt auch und gerade für die Behandlung von sehr alten Patienten. Dem Thema „Intensivmedizin im hohen Alter – Erfolg und Grenzen“ widmete die ANIM 2018 eine eigene Sitzung. Prof. Dr. Dr. Werner Hacke stellte hierbei an mehreren Studien dar, dass beim akuten ischämischen Schlaganfall sowohl die Thrombolyse als auch die mechanische Thrombektomie auch im höheren Alter erfolgreich durchgeführt werden können.

ANIM2018 Preistraeger

Hans-Georg-Mertens-Preis und der Forschungspreis der DGNI

Würzburg.  Zur Kongresseröffnung der ANIM 2018 übergab Prof. Dr. Jürgen Meixensberger, Neurochirurg aus Leipzig und Vizepräsident der DGNI, am 08.02.2018 den mit 20.000 Euro dotierten DGNI-Forschungspreis, der nun schon zum dritten Mal verliehen wurde. Preisträgerin ist die Neurochirurgin Dr. Nadine Lilla, Würzburg. Sie überzeugte die Jury durch ihre Arbeit zum Thema „Charakterisierung metabolischer Veränderung nach Subarachnoidalblutung“ sowie durch ihre Vorarbeiten zu einem translationalen Therapieansatz metabolischer Veränderungen in der Frühphase der SAB.

Ebenfalls während der Kongresseröffnung wurde der mit 5.000 Euro dotierte Hans-Georg- Mertens-Preis der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI) und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) verliehen, der junge Wissenschaftler in ihren Forschungsvorhaben unterstützt.

ANIM2018 Joint Meeting2 Überaus lebhafte Diskussionen gab es beim zweiten Joint Meeting mit der Neurocritical Care Society (NCS) am zweiten Kongresstag der ANIM 2018 in Würzburg mit über 100 Teilnehmern. „Diese Resonanz hat wirklich alle Erwartungen übertroffen!“, so Prof. Dr. Georg Gahn, Präsident der DGNI. Unter dem gemeinsamen Vorsitz eines deutschen und eines amerikanischen Experten gab es abwechselnd hochkarätige Vorträge von deutschen und amerikanischen Medizinern und Forschern mit anschließender Diskussion.

ANIM2018 Praesidenten Symposium „Angst war nie ein Thema hier.“ Mit diesem Satz eröffnete Prof. Dr. Wolfgang Müllges heute das Präsidentensymposium auf der ANIM 2018 – Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin in Würzburg. Ihm steht es als diesjährigem Kongresspräsidenten zu, einem Symposium seine persönliche Ausprägung zu geben. Er klärte das Auditorium darüber auf, dass noch nie das Thema Angst im wissenschaftlichen Programm der ANIM aufgegriffen wurde. „Wir müssen immer wieder erleben, dass viele Patienten schlechte, angstbesetzte Erinnerungen an uns und die Zeit auf der Intensivstation haben, ganz unabhängig vom Behandlungserfolg.

ANIM2018 Eroeffnung Würzburg. „Die Kongresstage werden bunt und abwechslungsreich, denn wir haben ein ganz besonderes Programm in diesem Jahr“, betonte Tagungspräsident Prof. Dr. med. Wolfgang Müllges, Neurologische Klinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Würzburg, schon zur Kongresseröffnung, dem ersten Höhepunkt mit integrierter Preisverleihung für herausragende Arbeiten im Bereich der Intensiv- und Notfallmedizin bei der diesjährigen ANIM (Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin). 

Neuro

Würzburg. Immer mehr Schwerstkranke wie Schlaganfallpatienten überleben dank hochentwickelter medizinischer Eingriffsmöglichkeiten, jedoch bleiben häufig bleibende Schäden und Behinderungen zurück. Wie Neurointensivmediziner gemeinsam die besten Behandlungsstrategien festlegen und sich für eine optimale Weiterbehandlung interdisziplinär, interprofessionell und international vernetzen, zeigt die ANIM 2018 vom 8. – 10. Februar 2018 in Würzburg: die Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin mit rund 1.600 Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten, die sich zu einem umfassenden Update im Bereich der Neurointensivmedizin treffen.

Rettung Würzburg. Bei der 35. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurointensiv- und Notfallmedizin (DGNI) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG), die vom 8. – 10. Februar 2018 als  ANIM - Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin – im Congress Centrum Würzburg stattfindet, wird zum zweiten Mal wieder ein Joint Meeting der DGNI und der US-amerikanischen Neurocritical Care Society (NCS) stattfinden, 5 Jahre nach dem ersten Mal bei der Tagung in Mannheim. In diesem Rahmen wird es eine gemeinsame Postersitzung am Donnerstag, 8.2.2018 und ein Ganztagesprogramm am Freitag, 9.2.2018 mit viel Gelegenheit zum Austausch geben.

muellges Zu Beginn des neuen Jahres steht für die Deutsche Gesellschaft für Neurointensiv- und Notfallmedizin (DGNI) gleich ein Highlight an - zum 35. Mal findet ihre Jahrestagung gemeinsam mit der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) als ANIM 2018 statt. Zusammen mit dem diesjährigen Kongresspräsidenten Professor Dr. Wolfgang Müllges, Neurologische Klinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Würzburg, werfen wir einen Blick darauf, was die Besucher der Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin (ANIM), die vom 8. bis 10. Februar 2018 in Würzburg stattfindet, erwartet. Drei spannende Tage liegt hier wieder der Fokus auf aktuellen Entwicklungen der Neuro-Intensivmedizin. Ein Gespräch über Tagungsschwerpunkte und Kongress-Highlights:

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Zwischen Forschung und Praxis – Neurointensivmedizin im Fokus

Würzburg. Die 35. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurointensiv- und Notfallmedizin (DGNI) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) findet vom 8. – 10. Februar 2018 im Congress Centrum Würzburg statt. Die erfolgreiche Konzeption der sogenannten ANIM, der Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin, hat sich in den letzten Jahren als eine der bedeutendsten neurologisch-neurochirurgischen Tagungen im deutschsprachigen Raum gefestigt und gilt als Bindeglied zwischen Forschung und Praxis der neuromedizinischen Fachrichtungen sowie dem Pflege- und Therapiebereich. Rund 1.600 Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten diskutieren über aktuelle Entwicklungen, tauschen sich über ihre Erkenntnisse aus und besuchen Workshops, um sich in ihrem Fach weiter fortzubilden.

gehirn modell(30.11.2017) Die Gefahr einer Falschdiagnose beim irreversiblen Funktionsausfall des Gehirns muss so gering wie möglich gehalten werden. Dabei wird in der höchst sensiblen Hirntoddiagnostik aktuell vor allem auf die Erfahrung der behandelnden Mediziner gesetzt. Die Deutsche Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI) hat jetzt erstmals einen umfassenden Ratgeber entwickelt, der die wichtigsten und häufigsten Fragen rund um das Thema Hirntod zusammenfasst. „Mit den gesammelten Erkenntnissen führender Wissenschaftler können wir klärende Antworten auf mögliche Fehlerquellen bei der Diagnose geben“, sagt DGNI-Präsident Professor Georg Gahn, Direktor der Neurologischen Klinik am Städtischen Klinikum Karlsruhe. Notwendige Richtwerte und Qualifikationen werden ebenso besprochen wie Streitfälle und Zusatzdiagnosen. Auf der Webseite der DGNI finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen zu Diagnoseproblemen des irreversiblen Funktionsausfalls des Gehirns.

ANIM2018 WuerzburgDie 35. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurointensiv- und Notfallmedizin (DGNI) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) findet vom 8. bis 10. Februar 2018 im Congress Centrum Würzburg statt. Die erfolgreiche Konzeption der sogenannten ANIM, der Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin, hat sich in den letzten Jahren als eine der bedeutendsten neurologisch-neurochirurgischen Tagungen im deutschsprachigen Raum gefestigt und gilt als Bindeglied zwischen Forschung und Praxis der neuromedizinischen Fachrichtungen sowie dem Pflege- und Therapiebereich. Rund 1.600 Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten diskutieren über aktuelle Entwicklungen, tauschen sich über ihre Erkenntnisse aus und besuchen Workshops, um sich in ihrem Fach weiter fortzubilden.

Verena IfflaenderVerena Iffländer vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf gewinnt den ersten DGNI-Pflegepreis über 500 Euro. Die 28-jährige Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensivpflege hat die sechs Preiskuratoren von ihrer Arbeit über das Locked-In-Syndrom überzeugen können. Iffländer präsentierte ihr Thema im Rahmen der 34. Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin (ANIM) in Wien und setzte sich vor Ort gegen zwei weitere Mitbewerber durch. Die Jury lobte ihre Präsentation und die Auseinandersetzung mit dem Thema: „Verena Iffländer ist es gelungen, einem sehr spezifischen Thema zu neuer Aufmerksamkeit in der Pflege zu verhelfen“, sagt Jury-Koordinator Matthias Kruse aus dem DGNI-Präsidium.

Otto Busse ANIM 2017In der NeuroIntensivmedizin muss weiter an der Versorgungsqualität gearbeitet werden. Zu diesem Ergebnis kommt Prof. Dr. Otto Busse, langjähriger Generalsekretär der DGNI. Über einen Zeitraum von drei Jahren wurden 320 Intensivstationen begangen. „Wir wollten hier genau wissen, wie die ärztliche Versorgung in der NeuroIntensivmedizin aktuell aussieht“, sagt Busse. Das Ergebnis spricht eine klare Sprache: Nicht nur die ärztliche Versorgung, sondern auch die Weiterbildungsmöglichkeiten sind verbesserungswürdig.

Albanna WalidDer mit 20.000 Euro dotierte Nachwuchsförderungspreis der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI) geht in diesem Jahr an Dr. med. Walid Albanna (34), Facharzt für Neurochirurgie am Universitätsklinikum der RWTH Aachen. Er hat den Preis am Donnerstag bei der Jahrestagung der DGNI in Wien entgegengenommen und kann damit seine Forschung für ein weiteres Jahr finanzieren. „Unser großes Ziel ist, durch den einfachen Blick in die Augen frühzeitig Gefäßeinengungen und Hirnfunktionsstörungen bei Patienten mit aneurysmatischer Subarachnoidalblutung in der kritischen Phase zu erkennen. Damit wären invasive Maßnahmen in Zukunft überflüssig“, sagt Albanna. DGNI-Präsident Prof. Dr. Jürgen Meixensberger würdigt seine Arbeit als einen wichtigen und mutigen Beitrag, gerade unter jungen Wissenschaftlern.

ANIM2017 KasseErfolgreicher Start der Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin (ANIM) in Wien. Bereits zur Eröffnung kamen gestern 1.330 Teilnehmer ins Austria Center der österreichischen Hauptstadt. „Auf uns warten spannende Tage mit einem abwechslungsreichen Wissenschaftsprogramm“, sagte Tagungspräsident Prof. Dr. Jörg R. Weber vom Klinikum Klagenfurt bei der Begrüßung. „Wir alle können hier unser Fach weiter entwickeln und damit die Bedeutung der NeuroIntensivmedizin unterstreichen.“ Dem pflichtete auch DGNI-Präsident Prof. Dr. Jürgen Meixensberger bei: „Es ist die perfekte Tagung zum Wissensaustausch, natürlich zum Netzwerken und perfekt dazu geeignet, um wichtige Themen voranzubringen.“

mech thrombektomieVom 16.–18. Februar 2017 diskutieren in Wien 1.600 Experten aktuelle Erkenntnisse in der Neurologie, NeuroIntensivmedizin und Neurochirurgie bei der 34. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG). Bei der sogenannten „ANIM 2017“, der Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin als einer der bedeutendsten neurologisch-neurochirurgischen Tagungen im deutschsprachigen Raum liegt ein wichtiger Schwerpunkt in der Vorstellung neuer Studien und der Diskussion neuer Therapieoptionen des Schlaganfalls. Zu einigen aktuellen Themen, die im Symposium Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) diskutiert werden, geben die Vorstandsmitglieder Prof. Dr. med. Armin Grau, Direktor der Neurologischen Klinik mit Klinischer Neurophysiologie und Stroke Unit Klinikum Ludwigshafen, und Prof. Dr. med. Gerhard F. Hamann, Direktor der Klinik für Neurologie und Neurologische Rehabilitation Bezirkskrankenhaus Günzburg, erste Einblicke.

HirntodWelche Fallstricke und Tücken nach den neuen Richtlinien bei der Diagnostik des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls im klinischen Alltag auftreten, ist ein wichtiges Tagungsthema bei der ANIM 2017, der Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin vom 16.–18. Februar 2017 in Wien, bei der 1.600 Experten Innovationen und aktuelle Erkenntnisse in der Neurologie, NeuroIntensivmedizin und Neurochirurgie diskutieren. Bei der 34. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG), einer der bedeutendsten neurologisch-neurochirurgischen Tagungen im deutschsprachigen Raum, geht es in einem speziellen „Hirntod-Symposium“ um aktuelle Fragen transparenter Qualitätssicherung bei der Diagnostik des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls (IHA).

SchlaganfallNeue Therapiestrategien zur Optimierung der Schlaganfallversorgung sind ein wichtiges Schwerpunktthema bei der 34. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG), die vom 16.–18. Februar 2017 in Wien stattfindet. Bei der sogenannten ANIM – der Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin – einer der bedeutendsten neurologisch-neurochirurgischen Tagungen im deutschsprachigen Raum, diskutieren rund 1.600 Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten aktuelle Neuerungen und Erkenntnisse in der Neurologie, NeuroIntensivmedizin und Neurochirurgie.

Thrombolyse1.600 Experten diskutieren vom 16.–18. Februar 2017 in Wien aktuelle Erkenntnisse in der Neurologie, NeuroIntensivmedizin und Neurochirurgie bei der 34. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG). Bei der sogenannten ANIM 2017, der Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin als einer der bedeutendsten neurologisch-neurochirurgischen Tagungen im deutschsprachigen Raum liegt ein wichtiger Schwerpunkt in der Diskussion neuer Therapieoptionen des Schlaganfalls.

ANIM2017 LogoBei der 34. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG), der ANIM 2017 (Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin), diskutieren 1.600 Experten vom 16.-18. Februar 2017 in Wien aktuelle Erkenntnisse in der Neurologie, Neurointensivmedizin und Neurochirurgie. Ein aktuelles Tagungsthema sind die neuesten Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme bei Schlaganfall, dem Gehirn und dem Immunsystem, die auf einem eigenen Symposium diskutiert werden.

Weber Joerg Tagungspraesident ANIM 2017Der Fokus liegt wieder für drei spannende Tage auf der NeuroIntensivmedizin: Vom 16.-18. Februar 2017 werden in Wien um die 1600 Mediziner und Pflegefachkräfte erwartet, deren Ziel ein umfassendes Update ihres Wissensstandes im Bereich der Neurologie, Intensivmedizin und Neurochirurgie ist. Zum 34. Mal findet die gemeinsame Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) als ANIM 2017 – Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin statt. Im folgenden Interview äußert sich der diesjährige Tagungspräsident Prof. Dr. Jörg R. Weber, Vorstand der Neurologischen Abteilung des Klinikums Klagenfurt am Wörthersee, zu den aktuellen Kongressthemen, zu den Tagungs-Highlights und den neuen Entwicklungen im Bereich der NeuroIntensivmedizin.

ANIM2017 LogoDie 34. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurointensiv- und Notfallmedizin (DGNI) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) findet vom 16.-18. Februar 2017 im Austria Center Wien statt. Als eine der bedeutendsten neurologisch-neurochirurgischen Tagungen im deutschsprachigen Raum hat sich die sogenannte ANIM, die Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin, als Bindeglied zwischen Forschung und Praxis der neuromedizinischen Fachrichtungen sowie dem Pflege- und Therapiebereich etabliert. Alle Berufsgruppen aus dem Bereich der Neurointensivmedizin sind vertreten. Rund 1.600 Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten diskutieren über aktuelle Entwicklungen.

MikroskopEs sind die wichtigsten Studienergebnisse des Jahres in der NeuroIntensivmedizin: Die Erkenntnisse sind relevant für das Verständnis und die Behandlung des ischämischen Schlaganfalls, der Subarachnoidalblutung, der intrazerebralen Blutung, des Schädel-Hirn-Traumas und der allgemeinem NeuroIntensivbehandlung. Um einen besseren Überblick zu bekommen, haben sich Vertreter der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI) jetzt durch zahlreiche Veröffentlichungen der vergangenen Monate gearbeitet.

Dabei haben die Wissenschaftler fünf Studien identifiziert, die für die zukünftige Arbeit der Mediziner besonders wichtig sind. Diese werden hier zusammengefasst und zitiert.

ANIM2016 VollerSaal„Götter in Weiß", so nannte die Bevölkerung Ärzte noch bis vor einigen Jahren, mal spöttisch, mal ehrfürchtig. So oder so, die Bezeichnung trifft nicht das Selbstbild der heutigen Mediziner. Im Gegenteil. Die Fragen nach den Grenzen des eigenen Könnens, nach der medizinischen, juristischen und ethischen Vertretbarkeit ihres Tuns, zeichnen moderne Mediziner aus – und auch, dass sie diese Fragen öffentlich diskutieren.

So geschehen vom 28. bis 30. Januar in Berlin: Rund 1.580 Neurologen und Neurochirurgen sowie Pflegekräfte und Therapeuten der NeuroIntensivMedizin diskutierten miteinander. Die „Grenzen der Intensivmedizin" war ein wichtiger Schwerpunkt der sich durch das dreitägige Programm der Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin (ANIM 2016) zog. Vom kollegialen, interdisziplinären Austausch profitierten alle Beteiligten und damit letztendlich auch die Patienten.

Prof. PiekIn zwei Tagen geht es bereits los: Auf der ANIM 2016 vom 28. bis 30. Januar in Berlin liegt der Fokus wieder für drei spannende Tage auf der Neurointensivmedizin. Es werden rund 1600 Mediziner und Pflegefachkräfte erwartet, deren Ziel ein umfassendes Update ihres Wissensstandes im Bereich der Neurologie, Intensivmedizin und Neurochirurgie ist. Zum 33. Mal findet die gemeinsame Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurointensiv- und Notfallmedizin (DGNI) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) statt. Im folgenden Interview äußert sich der diesjährige Tagungspräsident Prof. Dr. Jürgen Piek, Direktor der Abteilung Neurochirurgie am Universitätsklinikum Rostock, zum Kongress, seinen Themen und den Entwicklungen im Bereich der Neurointensivmedizin.

Professor Piek, welche Bedeutung hat die ANIM? Welche Impulse gehen von dieser Tagung aus?
Prof. Piek:
Als größte intensivmedizinische Tagung im deutschsprachigen Raum hat sich die ANIM in den letzten Jahren ständig weiterentwickelt und stellt mittlerweile die Plattform für wissenschaftlichen Austausch und Fortbildung für alle Neurointensivmediziner dar. Ich hoffe natürlich, dass sich in Berlin dieser Trend fortsetzen wird und dass ich die von meinen Vorgängern erfolgreich begonnene Arbeit in diesem Sinne fortführen kann.

Das wissenschaftliche Programm ist wie immer äußerst umfangreich. Welche Schwerpunkte werden gesetzt?
Prof. Piek: Einige Schwerpunkte der ANIM 2016 sind die neuen Leitlinien zur Hirntodbestimmung, die Zukunft der Schlaganfallversorgung, aktuelle Studien und die Besonderheiten der pädiatrischen und geriatrischen Neurointensivmedizin. Nosokomiale Infektionen auf unseren Stationen sind ein zunehmendes Problem, das in der Öffentlichkeit immer kritischer gesehen wird. Weitere Schwerpunkte werden neben den bekannten Fortbildungsthemen die Grenzen der Intensivmedizin und die Interaktionen zwischen Gehirn und Immunsystem sein.

SchlaganfallDas letzte Jahr war für die Schlaganfallmedizin mit einer Revolution verbunden. Zusammen mit den Neuroradiologen wurde die mechanische Thrombektomie als evidenz-basiertes Therapieverfahren in die Therapiemöglichkeiten des akuten Schlaganfalls aufgenommen. „Mit der mechanischen Thrombektomie gelingt es Rekanalisationsraten von rund 90 Prozent zu erreichen“, berichtet Professor Dr. med. Gerhard F. Hamann, 2. Vorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und Direktor der Klinik für Neurologie und Neurologische Rehabilitation am Bezirkskrankenhaus Günzburg. Damit ist in Deutschland nun die Aufgabe in den nächsten Jahren die flächendeckende Versorgung akuter Schlaganfallpatienten mit dieser neuen Therapiemethode durch die Kooperation der Beteiligten zu gewährleisten. Wir stehen hier am Anfang einer spannenden Entwicklung.

Prof. Dr. Andreas FerbertMehr als 100 Tage Praxistest sind absolviert: Bereits am 30. März genehmigte das Bundesministerium für Gesundheit die neue Richtlinie zur Diagnostik des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls. Durch die Veröffentlichung im Deutschen Ärzteblatt hat sie seit Juli 2015 Gültigkeit erlangt. Der umgangssprachliche Begriff „Hirntod“ wurde durch den medizinisch-wissenschaftlich präzisen Ausdruck „irreversibler Hirnfunktionsausfall“ ersetzt. Als Mitglied des Arbeitskreises des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer, der die Richtlinie überarbeitet hat, spricht Prof. Dr. med. Andreas Ferbert, 1. Vizepräsident der DGNI und Direktor der Klinik für Neurologie am Klinikum Kassel, über die Neuerungen der Richtlinie und was sich in den letzten Monaten bereits getan hat. Ein Fazit mit Ausblick.

Professor Ferbert, wie wurde die neue Richtlinie aufgenommen?
Prof. Ferbert: Die überarbeitete Richtlinie wurde intensiv rezipiert und diskutiert. Verschiedene Landesärztekammern, einzelne Kliniken und Fachgesellschaften bieten Weiterbildungen an. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hat beispielsweise einen Kurs entwickelt, der erstmals während der Jahrestagung im September angeboten wurde und in das reguläre Angebot der Fortbildungsakademie der DGN aufgenommen werden soll.
Auf der ANIM wird es am Donnerstag, den 28. Januar ergänzend eine wissenschaftliche Sitzung zur Vorstellung der Änderungen der neuen Richtlinie geben. Dort wollen wir die Fachärzte im Detail informieren und die Sinnhaftigkeit der Änderungen noch einmal zur Diskussion stellen. Anschließend werden die Informationen verdichtet in einem Fortbildungskurs angeboten.

Patienten mit Guillain-Barré-Syndrom (GBS), die in der Akutphase beatmungspflichtig sind, weisen eine Mortalität von 5,5 Prozent im Krankenhaus beziehungsweise 13,6 Prozent in der durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 52 Monaten auf. Damit liegt die Mortalität deutlich niedriger als in früheren Studien, meint der Erstautor der Studie, Dr. Jens Witsch vom Zentrum für Schlaganfallforschung an der Charité Berlin. Die Studie ist die erste Veröffentlichung der im Forschungsnetzwerk der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI) etablierten Gruppe IGNITE, der Initiative of German NeuroIntensive Trial Engagement.

Jens Witsch Prof. Dr. Eric Jüttler

„Wir haben die Studie initiiert“, erklärt Witsch, „weil die aktuellsten umfassenden Daten intensivpflichtiger GBS-Patienten im Jahr 2000 veröffentlicht wurden. Seitdem hat sich das therapeutische Vorgehen in wichtigen Punkten verändert.“ Das Hauptziel der retrospektiven Kohortenstudie war die Deskription: „Wie geht es den Patienten mehrere Jahre nach ihrer intensivmedizinischen Behandlung? Die Forscher* schlossen 110 Patienten aus insgesamt 9 universitären deutschen Zentren ein, die in der Akutphase ihrer Erkrankung mechanisch ventiliert wurden.