Im Anschluss an den vielfältigen Auftakt der ANIM sind auch am zweiten Kongresstag die Symposien gut besucht. Die Morgensitzungen wie „GOLDEN HOUR des zerebellären Notfalls – Akutmanagement prähospital, Notaufnahme, Intensivstation“ unter Leitung von Prof. Dr. Julian Bösel, Kassel, und Prof. Dr. Hagen Huttner, Erlangen, sowie das Symposium der Deutschen Schlaganfallgesellschaft DSG mit dem Vorsitz von Prof. Dr. Armin Grau, Ludwigshafen am Rhein, und Prof. Dr. Martin Dichgans, München, sind nur einige der heutigen Highlights. Herausragend war das diesjährige Präsidentensymposium zum Thema COVID-19 in medizinischer und politischer Sicht, bevor die anstehenden Preisverleihungen auf dem Programm stehen und die Mitgliederversammlung mit der Wahl des neuen DGNI-Präsidiums den Kongresstag beschließt.

DGNI-Präsident Prof. Dr. med. Oliver W. SakowitzDie ANIM 2021, zum ersten Mal digital, ist heute erfolgreich gestartet. Der erste Kongresstag der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI) und der Deutschen Schlaganfallgesellschaft (DSG) startete mit mehr als 850 angemeldeten Ärzten, Wissenschaftlern, Pflegekräften und Therapeuten. Mit 55 Sitzungen, rund 180 wissenschaftlichen Vorträgen, 21 Vorträgen der Pflegesitzungen, 48 Postern und 16 freien wissenschaftlichen Vorträgen bietet das vielfältige Kongressprogramm wieder die Grundlage für einen interdisziplinären und interprofessionellen Austausch in der NeuroIntensivmedizin mit wissenschaftlichen Diskussionen auf hohem Niveau. Kongresspräsident Prof. Dr. med. Eberhard Uhl, Gießen, und der Präsident der DGNI Prof. Dr. med. Oliver W. Sakowitz, Ludwigsburg, zeigten sich zufrieden mit dem Kongressbeginn: „Wir sind als Gastgeber froh, in den Online-Sitzungen auch in digitaler Form der ANIM einen Raum für kollegialen und wissenschaftlichen Austausch geben zu können!“

Die großen Herausforderungen der weltweiten Corona-Pandemie belasten die Gesundheitssysteme in einem noch nie dagewesenen Ausmaß. Welches ist die bestmögliche intensivmedizinische Therapie für die Patienten? Eine Unterstützung für die behandelnden Ärzteteams bietet die aktualisierte S1-Leitlinie mit Empfehlungen zur intensivmedizinischen Therapie von Patienten mit COVID-19, die im Juni 2020 von zehn medizinischen Fachgesellschaften unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) und der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) bei der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.) veröffentlicht wurde.

S1-Leitlinie - Stand 19.06.2020 (Version 2)

Die neuen Empfehlungen zu Diagnostik, Epidemiologie und Symptomatik, Hygienemaßnahmen, Behandlung der respiratorischen Insuffizienz und zu adjuvanten Maßnahmen, zu Besonderheiten bei pädiatrischen Patienten, zu Medikamentenversorgung und Thromboseprophylaxe sollen Medizinern bei der zielgerichteten Behandlung helfen.

Welche wichtige Rolle sowohl die Forschung in der NeuroIntensiv- und Notfallmedizin als auch die besondere Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses für die DGNI spielen, wurde bei der Preisverleihung der diesjährigen ANIM 2020 in Karlsruhe wieder einmal deutlich. Die Förderungspreise der DGNI sowie die Posterpreise wurden feierlich von Prof. Dr. med. Georg Gahn M.B.A., Karlsruhe, übergeben. Die Preisträger des Hans Georg Mertens-Preises, des Nachwuchsförderungspreises und der drei Posterpreise geben im Interview einen kurzen Einblick, was die Preise für sie und ihre weitere Forschung bedeuten und wie sie eingesetzt werden sollen.

Lesen Sie hier die Interviews

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freunde der NeuroIntensivmedizin,

angespannte Verhältnisse um die Verfügbarkeit von (Neuro)Intensivbetten sind uns nicht unbekannt. Vielerorts wird hier sonst ganzjährig „der Mangel verwaltet“.

Die SARS-CoV-2-Pandemie hebt diese Situation nun auf eine ganz andere Skala.

Auch wenn die von uns umsorgten intensivmedizinischen Krankheitsbilder (wie z.B. schwere Schlaganfälle, Hirnblutungen und Kopfverletzungen) keine „Pausenzeiten“ kennen, unterstützen wir als Gesellschaft die gegenwärtigen Bemühungen, so viele Intensivkapazitäten wie möglich neu zu schaffen, umzustrukturieren und mit Verstand verfügbar zu machen.

Die Brisanz der Lage verlangt, dass alle Intensivmediziner zusammenstehen!

Sinnvolle Schritte der Eindämmung werden in diesen Tagen ergriffen und erfordern von allen Bürgerinnen und Bürgern Disziplin, bedeuten sensible Einschnitte und Unannehmlichkeiten.

Wir bleiben für sie da!

Ich wünsche Ihnen allen viel Kraft und Durchhaltevermögen

Ihr

Oliver Sakowitz

Prof. Dr. med. Oliver W. Sakowitz (Ludwigsburg)
Präsident der DGNI

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