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Warum sollten sich junge Neurologen und Neurochirurgen für NeuroIntensivmedizin interessieren? Unter anderem weil man als Neurologe und Neurochirurg auf der Intensivstation Effekte seines Handelns in einem Ausmaß und einer Geschwindigkeit erlebt, die man sonst mitunter in den Fächern eher vermisst, sagt Prof. Dr. med. Julian Bösel, Präsident-elect der DGNI. „Die Neurointensivmedizin führt junge MedizinerInnen schnell an wichtige grundlegende Elemente des Arztseins heran, wie Prognose bei Schwersterkrankung, Therapiezieländerung, Entscheidung gemäß mutmaßlichem Patientenwillen etc., mit denen man sonst seltener, später, vielleicht auch so gut wie gar nicht, konfrontiert würde.“ Lesen Sie hier sein Plädoyer, warum sich NeuroIntensivmedizin in jedem Falle lohnt und folgen Sie den Argumenten, warum das Fach dringend motivierte junge Neurologen und Neurochirurgen braucht!

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© stock.adobe.com / Sergey IlinDie steigende Anzahl an Herz-Kreislauferkrankungen sowie zunehmend älter werdende Patienten mit entsprechenden Vorerkrankungen führen zu einer steigenden Anzahl von Patienten, die orale Antikoagulantien einnehmen. Damit steigt auch die Anzahl intrazerebraler Blutungen (ICB) oder Schädel-Hirn-Traumata (SHT) unter oralen Antikoagulantien. Initial kam dafür nur der Vitamin-K Antagonist Phenprocoumon in Frage, in den letzten Jahren kamen jedoch neue direkte orale Antikoagulantien (DOAKs) auf den Markt und entsprechend auch in die Anwendung am Patienten. Diese teilen sich in F-IIa und F-Xa Inhibitoren auf. Diese Medikamente stellen die Neurointensivmedizin, insbesondere bei der Behandlung von Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma (SHT), intrazerebralen Blutungen (ICB) oder Subarachnoidalblutung (SAB) vor neue Herausforderungen.

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Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freunde der NeuroIntensivmedizin,

zeitig nach der Mitgliederversammlung der DGNI anlässlich der letzten Arbeitstagung NeuroIntensivmedizin (ANIM) vom 17. bis 19. Januar 2019 in Berlin, möchte ich mich, auch stellvertretend für das wieder- und neugewählte Präsidium, zunächst bei allen dort Anwesenden für die Wahl und das entgegengebrachte Vertrauen bedanken.

In seinem Tagungsbericht zur ANIM 2019 resümiert Kongresspräsident Prof. Helmuth Steinmetz (Frankfurt am Main) wie sich die ANIM durch die Möglichkeit des interdisziplinären wissenschaftlichen und auch sozialen Austausches zwischen Neurologen und Neurochirurgen mittlerweile aus der Kongresslandschaft hervorhebt. Den Grund dafür sieht er vor allem darin, dass man im historischen Kern der Veranstaltung, der NeuroIntensivmedizin, mittlerweile eine „Schicksalsgemeinschaft“ bilde.

Dr Oliver Sakowitz

Es drohe NeuroIntensivmedizinern vielerorts bereits jetzt, zur „bedrohten Spezies“ zu werden. In der Tat: Unter den ca. 2,1 Millionen Behandlungsfällen in Krankenhäusern mit intensivmedizinischer Versorgung machen NeuroIntensivpatienten etwa 10-15% aus. Weiter liegt es auf der Hand, dass die spezielle Intensivmedizin für diese ausgewählte Patientengruppe nur dort gelehrt und gelernt werden kann, wo eine relevante Fallzahl behandelt wird. Wie Untersuchungen von Busse et al. (Nervenarzt 2018, 89) belegen, werden diese Patienten mehrheitlich (ca. 80%) auf interdisziplinären Intensivstationen versorgt. Auf diesen ist ein Präsenzdienst eines NeuroIntensivmediziners allerdings nur in einem Drittel der Fälle gewährleistet. Die wirklich „eigenständigen“ NeuroIntensivstationen sind mit ca. 70 in der Minderheit und beschränken sich auf Universitätsklinika und andere Maximalversorger.

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Fotos: Conventus / Helge Schubert

„Der Schlaganfall erlebt momentan stürmische Zeiten“, sagte der Präsident der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG), Prof. Armin Grau, anlässlich der ANIM in Berlin. Im positivsten Sinne: In Deutschland herrsche eine sehr gute allgemeine Versorgungs- und Therapielage. Stärkere Bestrebungen benötige jedoch der Bereich der Nachsorge. Ein neues Konzept zur Nachsorge soll deshalb implementiert werden, wozu aktuell eine Studie in 30 Zentren startet. In zwei spannenden DSG-Symposien wurde auf der ANIM in Berlin, die heute zu Ende geht, über neueste Erkenntnisse zur Sekundärprophylaxe und zur Akutversorgung beim Schlaganfall berichtet.

„Die Zukunft der Notfallversorgung in Deutschland“ – das große Thema des Präsidentensymposiums am zweiten Kongresstag der ANIM ist hochbrisant: „Ich habe mich ganz bewusst zu einem politischen Symposium entschlossen, das in den letzten Monaten noch an Aktualität gewonnen hat“, betonte Kongresspräsident Helmuth Steinmetz in seinen einleitenden Worten vor einem vollen Auditorium.

André Gries, Leiter der Zentralen Notfallaufnahme Leipzig, gab mit seinem Vortrag „Ambulante und stationäre Notfallversorgung – Quo vadis?“ einen Überblick über die stark gestiegene Inanspruchnahme der Notaufnahmen, lange Wartezeiten, Überlastung und Unzufriedenheit des Personals sowie steigende Kosten. Ferdinand Gerlach, Vorsitzender des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, Frankfurt am Main, stellte ausgewählte Empfehlungen zum „Abbau von Versorgungsdefiziten und bestehenden Überversorgungen“ vor und stellte als „bedarfsgerechte Steuerung der Gesundheitsversorgung“ das Konzept einer integrierten, komplett neu strukturierten Notfallversorgung vor: „Wir sind überzeugt, dass in der Notfallmedizin mit 10 Notfallkontakten pro 1000 Patienten im Jahr einiges schief läuft, das ist im internationalen Vergleich viel zu viel!“ Statt der bisherigen Dreiteilung von Notaufnahmen der Kliniken, Rettungsdienst und Kassenärztlichem Bereitschaftsdienst sollen zukünftig - von Krankenhausgesellschaften und Kassenärztlichen Vereinigungen gemeinsam finanziert - sogenannte Notfallleitstellen aufgebaut werden.