Diagnosis-related Outcomes in NeurocriTical Care: Prognostic Estimate by health-care providers versus Risk scores in Intracerebral and Subarachnoid Hemorrhage Prognostische Indikatoren bei Subarachnoidal- und intrazerebralen Blutungen: Vergleich von Prognosescores und Einschätzungen des behandelnden Teams

katja wartenberg  

Koordinatoren: Dr. med. Katja Wartenberg, Prof. Dr. Jürgen Meixensberger

Stand der Studie: Rekrutierend – weitere Zentren sind willkommen

Zuletzt aktualisiert: Januar 2020

 

 


Hintergrund

Die Prognose nach intrazerebraler Blutung (ICB) und nach Subarachnoidalblutung (SAB) ist bei hohen Sterberaten (ICB 35-52%; SAB 16-35%) und permanenter Einschränkung der Körperfunktionen sowie der kognitiven und psychischen Fähigkeiten mit Abhängigkeit im Alltag (ICB ca. 80% und SAB ca. 50%) eingeschränkt.

Die zur Einschätzung der Prognose nach SAB entwickelten Scores Hunt und Hess sowie World Federation of Neurosurgical Societies (WFNS) wurden ursprünglich zur Abschätzung der frühen Sterberate entwickelt und später auch für die Bestimmung des funktionellen Langzeitoutcomes untersucht. Diese sind in der klinischen Anwendung am weitesten verbreitet. Neuere, extern validierte Prognosemodelle wie der Subarachnoid Hemorrhage International Trialists Collaboration (SAHIT) und der Functional Recovery Expected after Subarachnoid Hemorrhage Score (FRESH Func) wurden für eine genauere Einschätzung des funktionellen Langzeitoutcomes nach 3 und 12 Monaten entwickelt. Der FRESH Score ist bisher der einzige, der auch die Lebensqualität und das kognitive Langzeitoutcome berücksichtigt (FRESH Cog und FRESH Quol). Für die intrazerebrale Blutung war der Intracerebral Hemorrhage (ICH) Score der erste entwickelte Score zur Abschätzung der Krankenhausmortalität. Dem folgten mehr als 20 Modifikationen des ursprünglichen ICH Scores zur Prognostizierung des funktionellen Langzeitoutcomes, die bezüglich ihrer Trefferquote im Vergleich untereinander stark variierten und von denen nur wenige extern validiert worden sind. Der Intracerebral Hemorrhage Functional Outcome Score (ICH-FOS) beinhaltet zusätzlich zu den im ICH Score untersuchten Variablen noch den Glukosewert und die National Institute of Health Stroke Scale bei Aufnahme und hatte im Vergleich mit vorherigen Modifikationen des ICH Scores die höchste Trefferquote. Der Functional Outcome Risk Stratification Scale (FUNC) Score berücksichtigt zusätzlich den kognitiven Status vor ICB. Insgesamt hatten die behandelnden Ärzte und Pflegekräfte bei der Voraussage des funktionellen Outcomes 3 Monate nach ICB im Vergleich mit dem ICH und dem FUNC Score die höchste Trefferquote.

Zielsetzung:
Das Ziel der Studie ist der Vergleich der Genauigkeit der Prognoseeinschätzung für Patienten mit intrazerebraler Blutung und Subarachnoidalblutung durch Verwendung von Prognosescores und Einschätzung von Pflegekräften und Ärzten mit unterschiedlicher Berufserfahrung, erhoben bei Aufnahme, nach 7 und 14 Tagen während des stationären Aufenthaltes, mit dem tatsächlichen Outcome nach 3 und 6 Monaten. Hinsichtlich des Outcomes sollen der funktionelle Status, kognitive Defizite und die Lebensqualität betrachtet werden.

Studienpopulation:
Patienten mit Subarachnoidalblutung oder intrazerebraler Blutung

Einschlusskriterien:
Patienten mit spontaner intracerebraler Blutung (ICB) und nicht traumatischer Subarachnoidalblutung (SAB) in Zentren mit NeuroIntensivstation (Neurologie und Neurochirurgie)

Ausschlusskriterien:

  • Kein Sprachverständnis für die deutsche Sprache
  • Therapiebegrenzung während des stationären Aufenthaltes
  • Aufnahme > 48 Stunden nach Symptombeginn
  • Traumatische Genese der Blutung

Studiendesign:
Prospektive, multizentrische Observationsstudie

Detaillierte Studienbeschreibung:

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Studienprotokoll

Teilnehmende Zentren:

Universitätsklinikum Leipzig
Universitätsmedizin Charité Berlin
LMU München
Universitätsklinikum Mainz
Universitätsklinikum Frankfurt
Johannes Wesling Klinikum Minden

In Vorbereitung:

Universitätsklinikum Regensburg
Universitätsklinikum Freiburg
Universitätsklinikum Jena
Universitätsklinikum Essen
Universitätsklinikum Giessen
Universitätsklinikum Würzburg

Finanzierung:
Die Studie wird als Gemeinschaftsprojekt durch die Hauptprüfer der teilnehmenden Zentren getragen. Die DGNI Studienförderung finanzierte die Entwicklung der Datenbank und die Organisation der Nachbefragung durch das Neurovaskuläre Studienzentrum Leipzig.

Teilnahmevoraussetzungen:
Neurointensivstation

Kontakt:
Dr. Katja Wartenberg, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!