| Hypothalamic-pituitary dysfunction in critically ill patients with traumatic and nontraumatic brain injury. |
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Dimopoulou I, Tsagarakis S BEWERTUNGSSYSTEM***** = hervorragende Arbeit
Zielstellung:Übersicht über jüngere Arbeiten zu hypothalamisch-hypophysären Funktionsstörung bei schwer kranken Patienten nach traumatischer und nicht traumatischer Hirnschädigung. Design:Review-Artikel. Angaben zur Art und Weise der Literatursuche sowie zu den Selektionskriterien werden nicht gemacht. Es werden überwiegend Veröffentlichungen aus dem Zeitraum 2000 - 2004 zitiert. Traumatische und nicht traumatische Hirnschädigungen werden von den Autoren getrennt dargestellt. Nicht traumatische Hirnschädigungen umfassen in diesem Artikel ischämische Schlaganfälle, intrazerebrale (IZB) und subarachnoidale Blutungen (SAB). Wichtige Resultate:
Zunächst wird die Anatomie und insbesondere Gefäßversorgung von Hypothalamus und Hypophyse dargestellt. Der Hypophysenvorderlappen wird überwiegend durch Portalvenen versorgt, die mit dem Hypophysenstil durch das Diaphragma sellae ziehen. Dadurch ergibt sich eine besondere Vulnerabilität der Blutversorgung des Vorderlappens an dieser Stelle. Als weitere mögliche Ursachen für Funktionsstörungen der Hypophyse werden direkte mechanische, oder indirekte, durch Hirnschwellung bedingte Schädigungen angeführt. Die Funktionsfähigkeit der Hypophyse wird auch durch zahlreiche Medikamente (Sedativa, Opiate, Antiepileptika) beeinflusst, ebenso durch TNF alpha, IL-1 und IL-6, die bei akuter Hirnschädigung freigesetzt werden. Nach der Darstellung der normalen Stressantwort der HPA-Achse werden die Veränderungen der einzelnen Achsen in der Akutphase nach Schädel-Hirn-Trauma (SHT) beschrieben: Cortisol ist hier meist erhöht, in einigen Fälle zeigt sich aber auch eine verminderte Stimulierbarkeit der corticotropen Achse. Die Interpretationsprobleme, die sich durch fehlende Normwerte für die Population Schwerkranker, unterschiedliche Stimulationstests sowie Beeinflussung des üblicherweise gemessenen Gesamtkortisols durch eine, bei Schwerkranken nicht seltene Hypoproteinämie ergeben, werden diskutiert. Wachstumshormon (GH) ist typischerweise, ebenso wie Gondatropine und Testosteron, supprimiert. Aussagen zu Östrogenen werden nicht gemacht. Die gonadotrope Achse ist bei bis zu 80% aller Schwerkranken, auch unabhängig vom Vorliegen einer Hirnschädigung, supprimiert. Bei Patienten nach SHT kann, wie bei anderen Schwerkranken, ein low T3 und/oder low T4-Syndrom auftreten, TSH kann normal oder erniedrigt sein. Für Prolaktin ist keine typische Dynamik beschrieben, eine höhere Prolaktinantwort im GHRH-Test soll mit einem besseren outcome einhergehen. Bei allen anderen Achsen werden Korrelationen mit dem Schweregrad des SHT oder dem outcome kontrovers diskutiert. Es wird mehrfach darauf hingewiesen, dass viele diese Veränderungen reversibel sind, in Einzelfällen aber auch fortbestehen können. Bei Patienten mit akuten Ischämien und IZB zeigten sich ähnliche Hormonkonstellationen wie beim SHT. Störungen der Funktion des Hypophysenhinterlappens, d.h. Diabetes insipidus (DI), aber auch das Syndrom der inadequaten ADH-Sekretion (SIADH), sind nach SHT häufig (DI in einer rezenten Arbeit bei 21,6%), meist aber nur transient. Unklar ist, ob die Hormonveränderungen adaptiv oder schädlich und damit therapiebedürftig sind. So kann die Suppression der gonadotropen Achse den Verbrauch wichtiger Substrate durch nicht-vitale Organe vermindern; andererseits kann das Fehlen dieser anabolen Hormone die Rekonvaleszenz erschweren. Während eine transiente Insuffizienz der gonadotropen, thyreotropen und somatropen Achse nach Meinung der Autoren möglicherweise nicht relevant sind, können Ausfälle dieser Hormone in der chronischen Phase dtl. Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden haben. Für behandlungsbedürftig in der akuten Phase halten die Autoren DI, SIADH und corticotrope Insuffizienz. Abschließend wird darauf hingewiesen, dass Hormonuntersuchungen in der akuten Phase kaum einen Schluss auf den späteren Verlauf hinsichtlich hypophysärer Insuffizienzen zulassen
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