| Workflow in intensive care unit remote monitoring: a time-and-motion study |
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Tang Z et al.
BEWERTUNGSSYSTEM***** = hervorragende Arbeit
Zielstellung:Es sollten die Arbeitsabläufe auf "tele-intensivmedizinisch" fernversorgten Intensivstationen mittels einer beschreibenden "time-and-motion-Beobachtungsstudie" betrachtet werden. Design:Es wurde eine telemedizinische Zentrale und ausgewählte Ärzte und Schwestern in den Satelliten-ICU´s betrachtet. Dabei wurden 132 Intensivbetten in 9 Intensivstationen unter Zuhilfenahme elektronischer datenbasierter Entscheidungssysteme "fernbetreut". Das zufällig ausgewählte und beobachtete Personal in den Satelliten-ICU´s bestand aus 6 Ärzten und 7 Schwestern, deren Arbeitsabläufe zwischen 39 und 47 Stunden studiert wurden. Der Arbeitsablauf wurde im Hinblick die zeitliche Beanspruchung durch verschiedene Aufgaben und Verrichtungen untersucht, wobei als zusätzliche Variablen auch die Häufigkeit von Hinzuziehung von Informationsressourcen, sowie die Häufigkeit und das Management von Unterbrechungen im Arbeitsablauf durch das "Monitoring-System" beurteilt wurden. Seitens der Zentrale bestand Zugriff auf alle patientenrelevanten Daten und Parameter sowie die Möglichkeit zur Videokonferenz mit den beteiligten Behandlern. Wichtige Resultate:Die beobachteten Ärzte verbrachten 70% ihrer Zeit mit Überwachung / Versorgung des Patienten, 3% der Zeit mit interaktiver Zusammenarbeit, 3% mit der Aufrechterhaltung des Monitoring-Systems und 24% mit administrativen Tätigkeiten im weitesten Sinne. Die entsprechenden Zeiten für die Krankenschwestern lagen bei 46%, 3%, 4% und 17%. Zusätzlich fielen bei den Schwestern 24% der Zeit für Krankenakten-Dokumentation an. In der Publikation werden detailliert verschiedene Unterbrechungsszenarien mit ihren Problemen beschrieben, die hier nicht im Detail wiedergegeben werden können. Schlussfolgerung:Die Autoren schlussfolgern, dass die fernbetreute Intensivmedizin Auswirkungen auf die Arbeitsabläufe auf den Intensivstationen hat. Welche Bedeutung diese beschriebenen "Auswirkungen" haben, wird nicht erwähnt. Kommentar:Was will man an einer beschreibenden Studie schon kommentieren, wenn nicht ihre "ideologisch-strategische" Bedeutung im Sinne eines Indikators für bevorstehende organisatorische Umstrukturierungen der flächendeckenden Intensivmedizin. Über die Vor- und Nachteile der zunehmend praktizierten Zusammenlegung von Intensivbetten unter denen gerade kleinere Intensivfächer mit spezifischen Inhalten - wie die Intensivneurologie - leiden, ist hinlänglich diskutiert worden. Hier geht es um die nächste Stufe: wahrscheinlich liegt es ja im Trend, dass man nach Teleradiologie, Telepathologie, Telestroke nun auch Tele-Intensivmedizin betreiben will. Da winkt nicht (nur) der Zeitgeist, sondern der "Marktmechanismus" der Kostenersparnis bei spezialisierter Medizin - manchmal auch ein Kompetenzproblem "in der Fläche" oder ein Besetzungsproblem mit entsprechend kompetenten Spezialisten. "Big ICU-Brother is watching and supporting you!" so lautet das Motto zukünftiger Organisation flächendeckender Intensivstationen mit dem absehbaren Ende solcher Exotica wie "Neuo-Intensivstationen". Da kann man dann einfach einen "Neuro-Experten" von sonstwoher telemedizinisch zuschalten, der dem verdutzen Vor-Ort-Team mal erklärt, was ein apfelgroßes Hämatom im Hirn so alles für Probleme machten kann. |
