Frühe lumbale Drainage nach aneurysmatischer Subarachnoidalblutung

Dr. Stefan Wolf

Koordinator: Dr. Stefan Wolf (Charité Berlin)

Stand der Studie: Rekrutierung abgeschlossen

 

 


Hintergrund

Patienten mit einer Subarachnoidalblutung (SAB) aus einem Hirngefäß-Aneurysma sind im Wesentlichen durch zwei medizinische Probleme gefährdet. Zum einen kann eine zweite, oft schwerer verlaufende Hirnblutung – meist aus dem selben Aneurysma – auftreten und zum anderen können die Patienten eine Verkrampfungsreaktion der Blutgefäße des Gehirns erleiden, den sogenannten Vasospasmus. Das erste dieser Probleme wird durch eine frühzeitige Behandlung der Blutungsursache behoben (entweder durch operatives „Clipping“ oder interventionelles „Coiling“).

Der Vasospasmus ist schwieriger zu behandeln. Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens eines symptomatischen Vasospasmus nach aneurysmatischer Subarachnoidalblutung beträgt je nach Definition zwischen 30 und 60 %. Die Folgeerscheinungen eines Vasospasmus der Hirngefäße können bleibende neurologische Defizite bis hin zum Tod durch einen schweren Infarkt des Gehirngewebes sein. Der Mechanismus, der zum Vasospasmus führt, ist nur unvollständig bekannt. Die bisher einzige bekannte vorbeugende Behandlung ist die Gabe des Kalzium-Antagonisten Nimodipin.

Man geht davon aus, dass das in den Subarachnoidalraum austretende Blut entscheidend ist für das Auftreten von Vasospasmus. Retrospektive Studien haben Hinweise dafür geliefert, dass eine frühzeitige Entfernung dieses Blutes über eine lumbale Drainage, die Inzidenz des Vasospasmus deutlich verringert (Klimo et al., 2004; Kwon et al., 2008).

Fragestellung

Verbessert frühe lumbale Drainage nach aneurysmatischer SAB das klinische Ergebnis der Patienten bzw. verringert sie das Auftreten von zerebralem Vasospasmus?

Methode

Unmittelbar nach operativer/interventioneller Versorgung des Aneurysmas wird in einer Gruppe von Patienten eine lumbale Drainage eingebracht und über mehrere Tage kontrolliert 5 ml/h Liquor gefördert. Das Auftreten von Vasospasmus wird mittels einer Angiographie/CTA/MRA der zerebralen Gefäße nach 7-10 Tagen nach SAB evaluiert. Das klinische Ergebnis wird nach 6 Monaten mittels persönlicher Befragung oder telefonischem Interview ermittelt unter Zuhilfenahme der modifizierten Rankin-Skala (mRS). Die ermittelten Parameter werden mit denen einer Vergleichsgruppe verglichen, die keine lumbale Drainage nach SAB erhalten hat. Die Zuteilung der Studienteilnehmer zu den beiden Gruppen erfolgt durch Randomisierung.

Detaillierte Studienbeschreibung

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Studienbeschreibung
EARLYdrain

Teilnehmende Zentren

Charité – Universitätsmedizin Berlin
Universitätsklinikum Erlangen
Städtisches Klinikum München Bogenhausen
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
St. Barbara-Klinik Hamm
McGill University Montreal
Kantonsspital St. Gallen
Universitätsmedizin Mainz
Klinikum rechts der Isar der TU München
Universitätsklinikum Essen
Universitätsklinikum Greifswald
Universitätsklinikum Freiburg
Universitätsmedizin Göttingen

Finanzierung

Keine

Kontakt

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Literatur