Retrospektive multizentrische Studie zur Behandlung und Outcome bei schwer verlaufender zerebraler Sinus-/Hirnvenenthrombose (CSVT)
Koordinator: Dr. Christina Kowoll (Uniklinik Köln) Stellv. Koordinator: PD Dr. Christian Dohmen (Uniklinik Köln)
Bisher teilnehmende Zentren (10): neurologischen Abteilungen der Unikliniken Köln, Dresden, Freiburg, Heidelberg, München, Berlin, Jena, Halle, Erlangen, Giessen
Stand der Studie: Case report form innerhalb von IGNITE verschickt, laufende Rekrutierung (bisher ca. 45 Patienten), Patienteneinschluss bis September 2011
Hintergrund:
In der “International study on cerebral vein and dural sinus thrombosis” (ISCVT), der bisher größten prospektiven Kohortenstudie mit 624 Patienten, hatten 13% der Patienten ein schlechtes Outcome (Tod 8%, mRS 3 oder höher: 5%) nach einer durchschnittlichen Nachbeobachtung von 16 Monaten. Insgesamt waren 31 (5%) der 624 Patienten bei Aufnahme komatös (GCS<9). Folgende Faktoren wurden mit einem schlechten Outcome assoziiert: Alter, männliches Geschlecht, mental status disorder, Koma, Thrombose der tiefen Hirnvenen, intrazerebrale Blutung, Infektion des ZNS und Malignität. Zielsetzung dieser Studie ist es, diese Patientengruppe in einem größeren Kollektiv von mindestens 100 Patienten zu beleuchten. Für Patienten mit schwerem Verlauf wurde in präliminären Fallserien ein Benefit für invasive Therapieverfahren wie lokale Lyse und/oder Thrombektomie nahegelegt. Trotzdem diese Therapie-Eskalationen in den Leitlinien aufgeführt werden, gibt es hierzu es jedoch aufgrund mangelnder Daten keine klare Empfehlung. In besonders schweren Fällen mit massiven parenchymatösen Läsionen wie Stauungsblutungen oder Ödembildung mit entsprechender lebensgefährlicher Raumforderung besteht als Therapieoption die dekompressive Hemikraniektomie; diese Verlaufsformen sind jedoch vergleichsweise selten, und es fehlt aufgrund wissenschaftlicher Untersuchungen ein eindeutiger Erfolgsnachweis dieser Therapie. Ebenso wurde das Langzeitergebnis von Patienten mit schwerer CVST bisher nicht in einem größeren Kollektiv beschrieben. Komplikationen wie Ödeme, Infarkte und Blutungen wurden in bildmorphologisch bisher nicht systematisch analysiert. Da es sich bei der schweren CVST um ein seltenes Krankheitsbild handelt, ist eine Beantwortung dieser Fragen nur in einem multizentrischen Ansatz möglich.
Fragestellung:
Ziel dieser retrospektiven multizentrischen Studie ist die Analyse von Krankheitsverlauf, diagnostischem und therapeutischem Management sowie Outcome bei schwer verlaufenden zerebralen Sinus-/Hirnvenenthrombosen (CSVT), d.h. CSVT, die zu Sopor/Koma und intensivmedizinischer Behandlung geführt haben. Da die bildmorphologischen Befunde der schweren CSVT und ihre Konsequenz für die jeweilige Therapie bisher nicht systematisch und detailliert erfasst wurden, soll die Bildgebung der Patienten in die Auswertung einbezogen werden.
Methode:
Die teilnehmenden Zentren werden alle Patienten mit schwerer CSVT, die in den letzten 10-15 Jahren auf ihrer Intensivstation behandelt wurden, identifizieren und für jeden einzelnen Fall eine Case report form in anonymisierter Form auszufüllen. Der Outcomeparameter modified Rankin Score (mRS) nach 3-6 Monaten wird retrospektiv erhoben. Der EQ-5D Health Questionnaire wird persönlich zum aktuellen Zeitpunkt erhoben. Die bildmorphologischen Daten werden durch einen für die klinischen Daten verblindeten Neuroradiologen durchgeführt.
Status:
Case report form innerhalb der IGNITE-Gruppe verschickt, laufende Rekrutierung (bisher ca. 45 Patienten), Patienteneinschluss bis September 2011
Durchführende:
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Leiter der Gesamtstudie: Christina Kowoll (Köln)
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Stellvertretender Leiter der Gesamtstudie: Christian Dohmen (Köln)
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- Uniklinik Köln: PI
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- Universitätsklinikum Dresden: PI
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- Universitätsklinikum Freiburg: PI
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- Universitätsklinikum Heidelberg: PI
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- Universitätsklinikum München: PI
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- CHarité Berlin: PI
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- Universitätsklinikum Jena: PI
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- Universitätsklinikum Halle: PI
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- Universitätsklinikum Erlangen: PI
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- Universitätsklinikum Gießen: PI
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Finanzierung: Keine
Teilnahmevoraussetzungen:
- CSVT in CT-/ MR-/konventioneller Venograpie und
- Intensivmedizinische Behandlung im Verlauf und
- GCS ≤ 9
Kontakt:
Dr. Christina Kowoll mail:
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PD Dr. Christian Dohmen mail:
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Literatur:
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