Marcumar-iduzierte Blutungen
Koordinator: Prof. Dr. Thorsten Steiner (Universitätsklinikum Heidelberg) Stellv. Koordinator: Dr. Sven Poli (Universitätsklinikum Heidelberg)
Bisher teilnehmende Zentren (5): UniversitätsklinikumHeidelberg, Universitätsklinikum München, Universitätsklinikum Heidelberg-Mannheim, Universitätsklinikum Halle, Universitätsklinikum Essen – weitere Studienzentren sind herzlich eingeladen, sich an der Studie zu beteiligen
Stand der Studie: Das Studiendesign und die Hintergründe wurde kürzlich veröffentlicht [9]. Das Data Safety and Monitoring Board (DSMB) hat nach einer ersten Zwischenanalyse im Mai 2011 die Fortführung der Studie empfohlen. Eine weitere Zwischenanalyse wird nach 50 Patienten durchgeführt. Derzeit sind 26 Patienten eingeschlossen.
Hintergrund:
Intrazerebrale Blutungen (ICBs) sind die meist gefürchtete Komplikation der Therapie mit oralen Vitamin-K-Antagonisten (VKA). Etwas 10 bis 15% aller ICBs treten im Zusammenhang mit einer VKA-Therapie auf [1]. Die Letalität der VKA-ICB ist mit bis 65% deutlich höher als die Sterblichkeit nach spontaner ICB (ca. 20 bis 30%), was vermutlich an der deutlich größeren Nachblutungsrate liegt (54% vs. 20-30%) [2-4]. Gegenwärtige Leitlinien empfehlen die Gabe von Prothrombin-Konzentraten (PCC), Frischgefrorenenplasma (FFP) (z.T. in Kombination), rekombinantem Faktor VIIa (rFVIIa) [5,6]. Diese Substanzen senken die International Normalized Ratio (INR). Es wird angenommen, dass dies zu einer Normalisierung der Gerinnung und in der Folge zu einer Senkung der Nachblutungswahrscheinlichkeit führt. Inwieweit diese Zusammenhänge tatsächlich stimmig sind bleibt offen. Beispielsweise führt die Gabe von rFVIIa zu einer Senkung der INR, möglicherweise aber nicht zu einer Senkung der Blutungsdauer [7] und der Unterschied in der Nachblutungsrate zwischen FFP und PCC ließ sich in einer retrospektiven Analyse nicht mehr nachweisen, wenn FFP innerhalb von 2 Stunden appliziert wurde [8].
In der INCH-Studie untersuchen wir folgende Frage: Wie effektiv und in welcher Zeit senken PCC und FFP die INR. Wie praktikabel ist die Anwendung beider Therapien? Wie sicher sind beide Therapien? Wie hoch ist die Nachblutungsrate unter beiden Therapien? Lassen sich Unterschiede im klinischen funktionellen Ergebnis (Outcome) feststellen?
Fragestellung:
Ziel dieses Projektes ist, die Effekte der frühen Anwendung lumbaler Drainagen nach ICB mit Ventrikeleinbruch auf die Inzidenz permanenter Liquorzirkulationsstörungen zu untersuchen. Des Weiteren sollen Sicherheitsaspekte, wie katheterassoziierte Infektionen und weitere Komplikationen miterfasst werden sowie die Auswirkungen der Behandlung auf das funktionelle Outcome untersucht werden.
Methode:
Prospektive, randomisierte, kontrollierte, offene Multizenter-Studie zum Vergleich der biologischen Wirksamkeit und Sicherheit von FFP und PCC bei Patienten mit VKA-ICH. Die Studie ist für folgende Outcomes verblindet: Labordaten, Neuroradiologisches Daten, klinisch-neurologisches Outcome.
Wesentliche Einschlußkriterien:
- Einnahme von VKA, INR ≥ 2
- zerebrale Computertomographie (CCT) innerhalb von 12 Stunden
Wesentliche Ausschlusskriterien:
- Sekundäre Blutungen
- Gerinnungsstörungen
- zerebrale Ischämien
Primärer Endpunkt:
Geschwindigkeit der Normalisierung der INR innerhalb von 3 Stunden
Stand der Studie:
Das Studiendesign und die Hintergründe wurde kürzlich veröffentlicht [9]. Das Data Safety and Monitoring Board (DSMB) hat nach einer ersten Zwischenanalyse im Mai 2011 die Fortführung der Studie empfohlen. Eine weitere Zwischenanalyse wird nach 50 Patienten durchgeführt. Derzeit sind 26 Patienten eingeschlossen.
Durchführende:
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Leiter der Gesamtstudie: Prof. Dr. Thorsten Steiner (Heidelberg)
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Stellvertretender Leiter der Gesamtstudie: Dr. Sven Poli (Heidelberg)
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- Universitätsklinikum Heidelberg (Neurologische Klinik):
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- Universitätsklinikum München (Neurologische Klinik):
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- Universitätsklinikum Heidelberg-Mannheim (Neurologische Klinik): Griebe
- Universitätsklinikum Halle (Neurologische Klinik):
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- Universitätsklinikum Essen (Neurologische Klinik): Weimar
Weitere Studienzentren sind herzlich eingeladen, sich an der Studie zu beteiligen.
Finanzierung: Keine
Kontakt:
Prof. Dr. Thorsten Steiner mail:
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Dr. Sven Poli mail:
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Referenzen:
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- Flibotte JJ, Hagan N, O'Donnell J, Greenberg SM, Rosand J: Warfarin, hematoma expansion, and outcome of intracerebral hemorrhage. Neurology 2004;63:1059-1064.
- Brott T, Broderick J, Kothari R, Barsan W, Tomsick T, Sauerbeck L, Spilker J, Duldner J, Khoury J: Early hemorrhage growth in patients with intracerebral hemorrhage. Stroke 1997;28:1-5.
- Mayer S, Brun N, Broderick J, Davis S, Diringer M, Skolnick B, Steiner T, for the FAST Trial Investigators: Efficacy and safety of recombinant activated factor vii for acute intracerebral hemorrhage. N Engl J Med 2008;358:2127-2137.
- Morgenstern LB, Hemphill JC, 3rd, Anderson C, Becker K, Broderick JP, Connolly ES, Jr., Greenberg SM, Huang JN, Macdonald RL, Messe SR, Mitchell PH, Selim M, Tamargo RJ: Guidelines for the management of spontaneous intracerebral hemorrhage. A guideline for healthcare professionals from the american heart association/american stroke association. Stroke 2010;41:2108-2129.
- Mayer SA, Brun NC, Begtrup K, Broderick J, Davis S, Diringer MN, Skolnick BE, Steiner T: Efficacy and safety of recombinant activated factor vii for acute intracerebral hemorrhage. N Engl J Med 2008;358:2127-2137.
- Skolnick BE, Mathews DR, Khutoryansky NM, Pusateri AE, Carr ME: Exploratory study on the reversal of warfarin with rfviia in healthy subjects. Blood 2010;116:693-701.
- Huttner HB, Schellinger PD, Hartmann M, Kohrmann M, Juettler E, Wikner J, Mueller S, Meyding-Lamade U, Strobl R, Mansmann U, Schwab S, Steiner T: Hematoma growth and outcome in treated neurocritical care patients with intracerebral hemorrhage related to oral anticoagulant therapy: Comparison of acute treatment strategies using vitamin k, fresh frozen plasma, and prothrombin complex concentrates. Stroke 2006;37:1465-1470.
- Steiner T, Freiberger A, Griebe M, Husing J, Ivandic B, Kollmar R, Pfefferkorn T, Wartenberg KE, Weimar C, Hennerici M, Poli S: International normalised ratio normalisation in patients with coumarin-related intracranial haemorrhages - the inch trial: A randomised controlled multicentre trial to compare safety and preliminary efficacy of fresh frozen plasma and prothrombin complex - study design and protocol. Int J Stroke 2011;6:271-277.
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