WEANING-Study: Weaning by Early versus lAte tracheostomy iN supratentorIal iNtracerebral bleedings

Frühtracheotomie bei ICB-Patienten

PD Dr. Hagen B. Huttner 

Dr. med. Dimitre Staykov

Koordinator: PD Dr. Hagen B. Huttner (Universitätsklinikum Erlangen)
Stellv. Koordinator:
Dr. Dimitre Staykov (Universitätsklinikum Erlangen)

Bisher teilnehmende Zentren (1): Erlangen (PI Huttner) – weitere Teilnehmer willkommen

Stand der Studie: Derzeit rekrutierend




Hintergrund:

Der Schlaganfall ist eine der wesentlichen Erkrankungen, die zu Tod, schwerer Behinderung und funktioneller Abhängigkeit in den westlichen Industrienationen führen. Schlaganfallpatienten haben in rund 85% der Fälle einen Infarkt und in rund 15% der Fälle eine intrazerebrale Blutung (ICB). Patienten mit einer ICB müssen in rund 30% der Fälle zumindest temporär intubiert und beatmet werden aufgrund einer Vigilanzstörung, die auf Komplikationen wie Ventrikeleinbruch, Hydrozephalus oder Hirnödem zurückzuführen ist. Von diesen Patienten muss wiederum rund ein Drittel tracheotomiert werden, so dass die Gesamtwahrscheinlichkeit, aufgrund einer ICB tracheotomiert werden zu müssen, bei rund 10% liegt.

Prädiktive Faktoren für die Notwendigkeit einer Tracheotomie sind das Blutungsvolumen, die Blutungslokalisation, sowie der Einbruch ins Ventrikelsystem mit konsekutivem Hydrozephalus. Gewöhnlicherweise zeigen diese Patienten - nach Behandlung der o.g. Komplikationen - eine protrahierte Vigilanzstörung und Respirator-assoziierte Pneumonien, welche beide eine Extubation verhindern, so dass die Tracheotomie bei diesen Patienten in über der Hälfte der Fälle durchgeführt werden muss. Bislang wird bei  solchen Patienten bis zu 14 Tage abgewartet, bevor die Tracheotomie durchgeführt wird. Eine lang dauernde Analgosedierung und frustrane Spontanisierungsversuche stehen allerdings einem frühen Weaning und Mobilisation der Patienten entgegen, so dass eine Tracheotomie früh im Krankheitsverlauf viel versprechend erscheint, um die Sedierungszeit, Häufigkeit von beatmungsassoziierten Pneumonien und auch die Gesamt-Intensivzeit zu verkürzen.


Fragestellung:

Ziele dieses Projektes sind die Effekte einer frühen Tracheotomie (<72h nach Krankenhauseinweisung) auf die Gesamtbeatmungszeit und Dauer der Intensivmedizinischen Behandlung - im Vergleich zu Patienten, die erst nach 12-14 Tagen tracheotomiert werden (=Kontrollgruppe) zu untersuchen. Kernhypothese ist, dass Patienten, welche früh tracheotomiert werden, (i) eine kürzere Beatmungsdauer, (ii) einen kürzeren Intensivaufenthalt, (iii) einen geringeren Sedativa-Verbrauch, und (iv) weniger Respirator-assoziierte Pneumonien aufweisen. Ferner werden sekundäre klinische Endpunkte (Mortalität, und funktioneller neurologischer Zustand 3 Monate nach Erkrankung) analysiert.


Methode:

Patienten mit einer supratentoriellen ICB mit einem Hämatomvolumen <60 ml, die beatmungspflichtig sind, sollen eingeschlossen werden. Es spielt dabei keine Rolle, ob ein Ventrikeleinbruch oder Hydrozephalus die Grunderkrankung kompliziert. Patienten, die einer Hämatomevakuation durch die Kollegen der Neurochirurgie unterzogen werden, werden nicht eingeschlossen.
Nach Einverständnis zur Teilnahme in die Studie (durch gesetzlichen Betreuer) werden die Patienten randomisiert in (i) frühe Tracheotomie innerhalb von 72 Stunden nach Krankenhauseinweisung, oder (ii) konventionelles Vorgehen. Letztes bedeutet, dass Patienten - nach Behandlung der Komplikationen (Hirnödem, Hydrozephalus) - „ge-weant“, und sobald folgende Kriterien erfüllt sind, extubiert werden: fiO2<40%, I:E=1:2, PEEP <8mmHg, Spitzendruck <25mmHg, sowie sämtliche Schutzreflexe (Husten-, Würgereflex) vorhanden sind und der Wert auf der Glasgow Coma Scale ≥9 ist. Sollte dies nicht der Fall sein, bzw. muss ein Patient re-intubiert werden, erfolgt zwischen dem Tag 12-14 die Tracheotomie. In beiden Gruppen werden perkutane dilatative Tracheotomien durchgeführt. Die Analgosedierung erfolgt mit Midazolam und Sufentanil innerhalb der ersten 4 Tage zur Hirndrucktherapie. Anschließend kann auch Propofol oder Ketamin eingesetzt werden.


Primäre Endpunkte sind:

  • Gesamtdauer der maschinellen Beatmung
  • Aufenthaltsdauer auf der neurologischen Intensivstation.


Sekundäre Endpunkte sind:

  • Kumulativer Verbrauch an Analgosedierung
  • Inzidenz der Respirator-assoziierten Pneumonie
  • Inzidenz des Hirnödems und Intrakranieller Druckkrisen
  • „In-hospital“ mortality
  • Mortalität und funktionelles neurologischen Endergebnis


Durchführende

PD Dr. Hagen B. HuttnerLeiter der Gesamtstudie:
Hagen Huttner (Erlangen)

 

 


Dr. med. Dimitre StaykovStellvertretender Leiter der Gesamtstudie:
Dimitre Staykov (Erlangen)

  1. Zentrum Erlangen: Studienleiter Hagen Huttner


Finanzierung: Keine


Teilnahmevoraussetzungen:

  • Intensivstation mit Patienten zerebrovaskulärer Erkrankungen
  • Möglichkeit der zeitnahen Eilbetreuungseinrichtung
  • Möglichkeit der zeitnahen Tracheotomie (dilatativ oder plastisch)

 

Kontakt:

PD Dr. Hagen B. Huttner
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Dr. Dimitre Staykov
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