Foerch Christian swKoordinator: Prof. Dr. Christian Foerch (Goethe-Universität Frankfurt)

Stand der Studie: Projekt abgeschlossen, Publikation in Vorbereitung

 

 

 

 


Hintergrund

GFAP ist ein hoch hirnspezifisches Protein, das überwiegend von Astrozyten exprimiert wird und als Intermediär-Filament vor allem der Erhaltung der Struktur der Zellen dient. Erste Untersuchungen haben gezeigt, dass GFAP bei Patienten mit akuten Hirnblutungen aufgrund der durch das expandierende Hämatom bedingten unmittelbaren zellulären Destruktion rasch aus den nekrotischen Astrozyten freigesetzt wird und in den Blutstrom gelangt.

Beim akuten Hirninfarkt hingegen ist bekannt, dass Zellnekrose und Zytolyse in relevantem Ausmaß erst einige Stunden (ca. 6-12) nach Auftreten des Gefäßverschlusses histopathologisch nachzuweisen sind. Zuvor sind die Zellen zwar funktionell beeinträchtigt, aber strukturell noch intakt. Insofern besteht in den ersten Stunden nach Symptombeginn ein diagnostisches Fenster, in dem erhöhte GFAP Plasmaspiegel das Vorliegen einer Hirnblutung anzeigen. Bisherige Studien haben eine Sensitivität von 80-85% und eine Spezifität von 98% ermittelt (Foerch et al., Clin Chem 2012; Dvorak et al., Cerebrovasc Dis 2009; Foerch et al., JNNP 2006). Es besteht eine signifikante Korrelation zwischen GFAP Spiegeln und dem Blutungsvolumen.

Fragestellung

Kann ein GFAP Schnelltest („point of care Test“) ggf. bereits prähospital eine Differenzierung zwischen Patienten mit Hirnblutungen und Patienten mit ischämischen Schlaganfällen ermöglichen? Hierdurch ließe sich mutmaßlich die Triage der Patienten verbessern, außerdem könnten im Falle einer Hirnblutung bereits prähospital erste Behandlungsmaßnahmen (RR-Senkung) eingeleitet werden.

Methode

Im Rahmen der vorliegenden BE FAST-II Studie wurde prospektiv in acht Schlaganfallzentren in einem Kollektiv von 202 Patienten mit akuten Schlaganfallsymptomen (NIHSS ≥ 4) GFAP bei Aufnahme in die Klinik (innerhalb von 6 h nach Symptombeginn) bestimmt, um die diagnostische Aussagekraft des GFAP Tests zu validieren. Zum Einsatz kam ein GFAP Prototyp-Assay der Fa. Roche Diagnostics.

Teilnehmende Zentren

Goethe-Universität Frankfurt (PD Dr. Christian Foerch)
Centrum für Schlaganfallforschung, Charité Berlin (Dr. Jens Witsch)
Hochtaunus-Kliniken Bad Homburg (Dr. A. Dietz)
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden (Dr. Hauke Schneider)
Universitätsklinikum Halle (Dr. Katja Wartenberg)
Klinikum Herford (Prof. Matthias Sitzer)
Universitätsklinikum Münster (Dr. Jens Minnerup)
HSK Wiesbaden (Prof. Gerhard Hamann)

Finanzierung

Eigen-initiierte Studie mit Support durch Roche Diagnostics

Kontakt

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