Jens Witsch Prof. Dr. Eric Jüttler

Koordinator: Jens Witsch (Berlin)
Stellv. Koordinator: Eric Jüttler (Ulm)

Stand der Studie: Datenauswertung abgeschlossen. Publikation: Journal of Neurology, 2013




Hintergrund

In der Mehrzahl der Fälle ist die Prognose nach Guillain-Barré-Syndrom (GBS) günstig. Es versterben jedoch ca. 3-10% der Betroffenen. Der Anteil der Patienten mit einem ungünstigen klinischen Ergebnis ist am höchsten unter den Patienten, die auf einer Intensivstation behandelt werden mussten und zumindest während der Akutphase maschinell beatmet wurden.

Das heutige Wissen über diese schwere Verlaufsform des GBS leitet sich von Studien ab, die auf Grundlage der Daten eines Patientenkollektivs aus den 1970er bis 1990er Jahren durchgeführt wurden. Während und nach dieser Zeitspanne haben sich therapeutische Ansätze teilweise grundlegend geändert. So hat die therapeutische Gabe intravenös verabreichter Immunglobuline (IVIG) an Bedeutung gewonnen, während sich beispielsweise die alleinige Gabe von Glukokortikoiden als nicht zielführend herausgestellt hat. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass die genannten Studien nicht das klinische Langzeitergebnis heutiger Patientenkollektive widerspiegeln, die aufgrund eines GBS maschinell beatmet wurden. Desweiteren sind einige Aspekte des Outcomes und der Lebensqualität bisher nicht ausreichend in großen Patientenkollektiven erforscht worden. Dies trifft beispielsweise für chronische Müdigkeit zu, von der man empirisch annimmt, dass sie wahrscheinlich eine wesentliche Rolle bei der Beeinträchtigung der Lebensqualität der Patienten spielt. Deshalb ist das Ziel der aktuellen Studie die Erhebung des klinischen Langzeit-Ergebnisses und der Lebensqualität von Patienten mit schwerer Verlaufsform eines GBS (definiert als Z. n. maschineller Beatmung) mindestens ein Jahr nach Symptombeginn.

Fragestellung

Wie ist das klinische Langzeitergebnis und die Lebensqualität nach schwerem beatmungspflichtigem Guillain-Barré-Syndrom?

Methode

Alle Patienten mit der Diagnose eines GBS, in dessen Rahmen innerhalb des Zeitraums Januar 1999 bis August 2010 auf einer Intensivstation eine maschinelle Beatmung durchgeführt wurde, wurden in die Studie eingeschlossen, sofern das Einverständnis der Patienten gegeben und dokumentiert war. Es wurden einerseits klinische Daten aus der Krankenakte erhoben, die ggf. als Prädiktoren für das klinische Ergebnis identifiziert werden könnten (z.B. Latenz zwischen Symptombeginn und Therapiebeginn; Art der Therapie; vorangegangene Infektion; Ergebnis der Liquoranalyse; elektromyographisch nachgewiesener Nervenschaden u.v.m.). Andererseits wurde anhand von 4 klinischen Scores das klinische Ergebnis und die Lebensqualität im Intervall nach stattgehabtem GBS gemessen (GBS-disability-scale; Barthel-Index; EQ-5D; Fatigue Severity scale). Letzteres geschah mittels eines standardisierten Telefon-Interviews.

Detaillierte Studienbeschreibung

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Studienprotokoll

Publikation

Teilnehmende Zentren

Berlin, Erlangen, Jena, Köln, München, Regensburg, Leipzig, Gießen, Heidelberg